Arbeitsmarkt Zahl der Arbeitslosen weiter deutlich verringert

Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt entwickelt sich dank einer weiterhin kräftigen Herbstbelebung weiterhin positiv. Auch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verzeichnen einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Allerdings hat die massive vierte Coronawelle noch keine Auswirkungen auf die aktuellen Zahlen.

Drei junge Flüchtlinge arbeiten im Ausbildungszentrum der Siemens Professional Education an der Verdrahtung eines Schaltschranks
Tortz Corona entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland derzeit positiv. Bildrechte: dpa

Die Zahl der Arbeitslosen hat sich im November 2021 gegenüber dem Vormonat weiter deutlich verringert, und zwar um 60.000 auf 2.317.000. Saisonbereinigt hat sie damit um 34.000 abgenommen. Gegenüber dem November des vorigen Jahres ist sie um 382.000 geringer, und sank damit "deutlich", wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte.

BA-Chef: "Erholung der letzten Monate fortgesetzt"

Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent, sie liegt damit 0,8 Prozentpunkte niedriger als im November 2020. "Am Arbeitsmarkt hat sich die Erholung der letzten Monate fortgesetzt", erklärte BA-Chef Detlef Scheele. "Folgen der aktuellen, besorgniserregenden Corona-Situation in Deutschland zeigen sich bislang kaum."

Auch die Inanspruchnahme der Kurzarbeit ging laut Daten der BA zuletzt weiter zurück. Im September – dem aktuellsten Monat, für den Zahlen zur tatsächlichen Inanspruchnahme verfügbar sind – waren 751.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Ihren Höhepunkt hatte die Kurzarbeit in Deutschland im April 2020 Jahres zu Beginn der Corona-Pandemie mit knapp sechs Millionen Beziehern erreicht.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigen weiter an. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen im Oktober 2021 saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 34.000 gestiegen. Mit 45,34 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 289.000 höher aus.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm saisonbereinigt von August auf September um 46.000 zu. Im Vergleich zum Vorjahr ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im September nach Hochrechnungen der BA um 522.000 auf 34,31 Millionen Beschäftigte gestiegen.

Weniger Arbeitslose trotz Corona-Lage in Sachsen

Auch in Sachsen sinkt ungeachtet der steigenden Corona-Infektionszahlen die Zahl der Arbeitslosen. So waren im November laut BA 108.900 Menschen auf Arbeitssuche 2,3 Prozent weniger als im Vormonat.

Dazu trage bei, dass durch das Kurzarbeitergeld Tausende Jobs gesichert würden, erklärte der Geschäftsführer der Regionaldirektion, Klaus-Peter Hansen, in Chemnitz. Die künftige Entwicklung werde vom weiteren Infektionsgeschehen und etwaigen Einschränkungen beeinflusst. Die jüngsten Verschärfungen der Corona-Verordnung spiegeln sich in den neuen Daten noch nicht wider.

Im Vergleich zum November 2020 waren gut 17.700 Menschen in Sachsen weniger arbeitslos (minus 14,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt demnach aktuell bei 5,1 Prozent. Damit ist sie noch etwas über dem Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Im November 2019 betrug die Quote 5,0 Prozent.

Herbstbelebung in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt ist die Arbeitslosigkeit ebenfalls weiter zurückgegangen. Rund 71.200 Menschen waren im November arbeitslos gemeldet. Das waren 2.000 Arbeitslose weniger als im Oktober und 10.200 weniger als im November 2020, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mitteilte.

Der Wert markiert den niedrigsten Stand seit 1991. Die Arbeitslosenquote sank auf 6,4 Prozent nach 6,6 Prozent im Oktober. Der Rückgang der Erwerbslosigkeit ist im Herbst üblich, weil Arbeitgeber mehr freie Stellen melden und junge Menschen eine Ausbildung aufnehmen. Erst zum Jahresende klinge die Herbstbelebung in den meisten Fällen aus, sagten Arbeitsmarktexperten.

Thüringen: Wenigste Arbeitslose seit 1991

Die Zahl der Arbeitslosen in Thüringen ist auf den niedrigsten Stand seit 1991 gesunken. Wie die Arbeitsagentur mitteilte, waren im November 53.100 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 1.400 weniger als im Oktober und 11.300 weniger als im November vergangenen Jahres.

Die Arbeitslosenquote sank auf 4,8 Prozent. Damit bleibt Thüringen das Land mit den niedrigsten Arbeitslosenzahlen im Osten Deutschlands und unter den Zahlen von Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Bremen.

Nach Angaben von Markus Behrens, Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, sorgten eine stabile Auftragslage und Nachholeffekte für eine anhaltende Nachfrage nach Mitarbeitern. Herausforderungen für die Unternehmen blieben aber Liefer- und Rohstoffengpässe und pandemiebedingt ein zunehmend zurückhaltendes Konsumverhalten der Verbraucher.

Rückgang der Zahlen verlangsamt sich

Behrens rechnet damit, dass sich der Rückgang der Arbeitslosenzahlen in den Wintermonaten verlangsamt. Ein großer Rückschlag wegen der vierten Corona-Welle sei aber nach aktuellem Stand nicht zu erwarten.

Leicht zurückgegangen ist auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen. So waren laut Arbeitsagentur im November 22.600 Menschen ein Jahr oder länger ohne Job - 500 weniger als im Oktober.

Allerdings ist der Anteil der Langzeitarbeitslosen an der Zahl der Arbeitslosen insgesamt deutlich gestiegen, und zwar auf fast 43 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch rund 35 Prozent.

Quelle: dpa/reuters (asü)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. November 2021 | 10:30 Uhr

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