CDU-Vorsitz Kandidaten Merz, Röttgen und Braun zeigen Übereinstimmung

Am Mittwochabend haben sich die drei Bewerber um den CDU-Vorsitz den Fragen der Parteimitglieder gestellt. Im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin zeigten die drei vor allem eins: Übereinstimmung.

Helge Braun, Norbert Röttgen und Friedrich Merz
Wollen CDU-Vorsitzender werden: Helge Braun, Norbert Röttgen und Friedrich Merz (v.l.n.r.) Bildrechte: dpa

Bei der Vorstellungsrunde für den CDU-Vorsitz haben die drei Bewerber Helge Braun, Friedrich Merz und Norbert Röttgen viele Übereinstimmungen gezeigt. So plädierten beispielsweise alle drei dafür, dass die Union mehr Menschen mit Migrationshintergrund einbinden und für Frauen attraktiver werden müsse.

Röttgen: CDU muss anschlussfähig werden

Der Außenpolitiker Röttgen betonte, die CDU müsse wieder anschlussfähig werden in der Breite der Bevölkerung, in allen Gruppen von den jungen Leuten angefangen über die Frauen bis zu den Älteren. Und sie müsse wieder führend werden in den großen Fragen und Debatten dieser Zeit. Das sei sie nicht mehr.

Ähnlich äußerte sich Ex-Fraktionschef Merz. Die CDU müsse modern werden, die Themen der Zeit beherrschen, die Regierung kritisieren, aber gleichzeitig gute eigene und überzeugende Antworten für alle Generationen in diesem Land geben.

Noch-Kanzleramtsminister Braun sprach sich dafür aus, neben der Mitgliederbefragung die Basis auch in inhaltlichen Fragen stärker einzubinden. Nötig seien Zukunftsdialoge mit den Mitgliedern.

Merz: Ich teile die Einschätzung

Übereinstimmend lehnten die drei CDU-Politiker aber auch eine Doppelspitze für die Partei ab. "Ich bin kein Freund von Doppelspitzen", sagte Braun. Röttgen meinte, mit einer Doppelspitze würde die CDU andere Parteien nachahmen. Zudem habe sich die SPD zum Beispiel aus einer Position der Schwäche heraus für eine Doppelspitze entschieden. Merz pflichtete seinen beiden Konkurrenten bei: "Die Gründe sind gut vorgetragen, ich teile die Einschätzung."

Braun: Einheitliche und verständliche Corona-Maßnahmen

Konsens herrschte auch in der Forderung nach schärferen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie. Braun sagte, schon in den nächsten Tagen müssten "einheitliche, für jeden verständliche Maßnahmen" umgesetzt werden. Merz erklärte, er rechne mit der Einführung einer allgemeinen Impfpflicht im Frühjahr. Röttgen meinte, er habe sich zur Befürwortung einer allgemeinen Impfpflicht "durchgerungen". Die Union sei dabei auch zur Zusammenarbeit mit den künftigen Regierungsparteien bereit.

Mitgliederbefragung startet am 4. Dezember

Nach dem historisch schlechten Abschneiden bei der Bundestagswahl hält die CDU erstmals eine Mitgliederbefragung ab. Die Abstimmung beginnt am 4. Dezember, das Ergebnis soll am 17. Dezember vorliegen. Ist eine Stichwahl nötig, würde eine zweite Abstimmungsrunde bis zum 12. Januar laufen. Am 21. und 22. Januar soll dann ein digitaler Parteitag offiziell den Nachfolger Laschets küren.

Drei Kandidaten – einzige Kandidatin scheiterte vorab

Bis zum 17. November konnten sich CDU-Politiker und Politikerinnen auf den Parteivorsitz bewerben. Ihre Bewerbung offiziell eingereicht hatten Merz und Röttgen, die beide schon bei der letzten Vorsitzwahl angetreten sind und eine Niederlage gegen Armin Laschet einholten. Als dritter Kandidat hatte sich Braun aufstellen lassen.

Auch die brandenburgische CDU-Politikerin Susanne Bruder hatte den Vorsitz angestrebt. Ihre Bewerbung scheiterte jedoch an ihren Kreisvorstand, der sich mit sieben Gegenstimmen, zwei Enthaltungen und vier Ja-Stimmen gegen ihre Kandidatur aussprach.

Quelle: dpa/Reuters (sra)

Anja Maier und Malte Pieper 28 min
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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 01. Dezember 2021 | 11:07 Uhr

2 Kommentare

Volker von Alzey vor 7 Wochen

Ich habe Gestern Helge Braun im Interview auf einem Nachrichtenkanal gesehen. Er hat eine Revolutionäre These zu Corona präsentiert . Das Virus mutiert weiter, weil sich einige Menschen nicht impfen lassen. Nun ich bin selbst geimpft und würde es begrüßen wenn sich noch mehr impfen lassen würden, auch wenn es keinen 100% igen Schutz gibt, aber das Immunsystem stärkt. Aber solche Aussagen , lassen nicht nur an seinem Wissen zweifeln, sondern sind geradezu Grotesk. Wenn er mit an der Spitze der CDU steht, geht es noch weiter Bergab.

Anhaltiner vor 7 Wochen

Hat Röttgen vergessen wie man Wahlen verliert ?

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