Aufnahmen einer Wildkamera Wolf im Wartburgkreis bei Moorgrund gesichtet

In den Wäldern bei Bad Salzungen gab es bereits Hinweise auf einen Wolf. Neue Fotos belegen nun offenbar die Existenz des Tieres. Die Behörden gehen von einer sicheren Wolfsichtung aus.

Aufnahme eines Wolfs in einem Wald
Aufnahme des Wolfes am 8. Januar bei Moorgrund im Wartburgkreis. Bildrechte: Jörn Uth

Im Wartburgkreis ist erstmals ein Wolf sicher nachgewiesen worden. Das Tier wurde Anfang Januar in der Gemeinde Moorgrund von der Wildkamera eines Jägers fotografiert. Wie das Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz mitteilte, werteten Experten der Behörde die Aufnahmen vom 8. Januar aus. Am Mittwoch sei zudem der Standort der Kamera bei Gräfen-Nitzendorf begutachtet worden.

Im Ergebnis wird das Tier als sogenannter C1-Wolf gewertet, das heißt als sichere Wolfssichtung. Nach Angaben des Bad Salzunger Forstamtsleiters Jörn Uth gab es zuvor bereits Hinweise auf einen Wolf. Jetzt liegt erstmals ein Foto vor.

Nach Angaben des Bauernverbands wurden in dieser Region bisher keine Nutztiere gerissen. Ende Oktober waren in der Rhön bei Unterbreizbach zwei Schafe nachweislich von einem Wolf getötet worden. Spuren dieses männlichen Tieres unbekannter Herkunft waren bereits bei Rissen in Hessen nachgewiesen worden.

Aufnahme eines Wolfs in einem Wald
Weitere Aufnahme des Tieres mit der Wildkamera. Bildrechte: Jörn Uth

NABU und BUND klagen gegen Abschuss

Im Falle der nachgewiesenen Thüringer Wölfin bei Ohrdruf setzt sich derweil der Streit fort. Nachdem das Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) grünes Licht für den Abschuss der Wölfin am Truppenübungsplatz gab, klagen nun Naturschutzverbände.

Der NABU und BUND reichten einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Gera ein. Mit der Ausnahmegenehmigung zum Abschuss der Wölfin nehme das Land etwa in Kauf, dass auch ein seit einigen Monaten auf dem Übungsplatz lebender Wolfsrüde abgeschossen werden könnte, argumentieren die Umweltschützer. Die gesamte Wolfspopulation Thüringens sei durch den Abschuss gefährdet.

Das Landesamt hatte im Dezember einen entsprechenden Antrag des Thüringer Umweltministeriums genehmigt und den Abschuss der Wölfin erlaubt. Mit dem Antrag hatte das Ministerium auf Klagen von Schäfern und Bauern reagiert. Rund um den Truppenübungsplatz waren im vergangenen Jahre mehr als 180 Schafe, Ziegen, Fohlen und Kälber gerissen worden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. Januar 2020 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2020, 16:28 Uhr

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