Thüringen

Nach Untersuchung Kunstdiebstahl von Gotha: Gemälde erstmals wieder gezeigt

Nach dem großen Kunstdiebstahl von Gotha waren fünf Gemälde Alter Meister 40 Jahre lang für die Öffentlichkeit nicht mehr zu sehen. Am Freitag (17.10.2020) wurden die Bilder nach einer Analyse erstmals wieder gezeigt.

Der Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch vor Gemälden der niederländischen Malerei.
Der Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch vor den fünf Gemälden der niederländischen Malerei, die 1979 in Gotha gestohlen und 40 Jahre später zurückgegeben worden waren. Im Beisein Kreuchs, der die Verhandlungen zur Rückgabe der Bilder geführt hat, wurden die Bilder am Freitag in Berlin erstmals seit ihrem Verschwinden wieder öffentlich gezeigt. Bildrechte: MDR/Sandra Voigtmann
Der Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch vor Gemälden der niederländischen Malerei.
Der Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch vor den fünf Gemälden der niederländischen Malerei, die 1979 in Gotha gestohlen und 40 Jahre später zurückgegeben worden waren. Im Beisein Kreuchs, der die Verhandlungen zur Rückgabe der Bilder geführt hat, wurden die Bilder am Freitag in Berlin erstmals seit ihrem Verschwinden wieder öffentlich gezeigt. Bildrechte: MDR/Sandra Voigtmann
Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch (mit Fliege) vor Beginn der Pressekonferenz in Berlin.
Kreuch, der Vizechef des Stiftungsrats der Stiftung Schloss Friedenstein ist, vor Beginn der Pressekonferenz im Berliner Sitz der Münchner Ernst-von-Siemens-Stiftung. Die Stiftung hat den zwischenzeitlichen Besitzern Anwalts- und Logistikkosten in nicht bekannter Höhe erstattet. Bildrechte: MDR/Sandra Voigtmann
Das Gemälde 'Selbstbildnis mit Sonnenblume', entstanden nach 1633, galt zunächst als Selbstporträt von Anthonis van Dyck. Offenbar handelt es sich aber um eine Darstellung des Malers durch einen anderen, bisher unbekannten Künstler.
Und das sind die Bilder, vor denen es bis zu ihrer Rückgabe nur Schwarz-Weiß-Fotos gab: Das Gemälde "Selbstbildnis mit Sonnenblume", entstanden nach 1633, galt zunächst als Selbstporträt von Anthonis van Dyck. Offenbar handelt es sich aber um eine Darstellung des Malers durch einen anderen, bisher unbekannten Künstler. Bildrechte: MDR/Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin
Das Gemälde 'Bildnis eines alten Mannes', entstanden nach 1632, war zunächst Jan Lievens zugeschrieben worden. Die neuere Prüfung nennt Meister Ferdinand Dol als Urheber.
Das Gemälde "Bildnis eines alten Mannes", entstanden nach 1632, war zunächst Jan Lievens zugeschrieben worden. Die neuere Prüfung nennt Meister Ferdinand Bol als Urheber. Bildrechte: MDR/Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin
Das Gemälde 'Heilige Katharina', entstanden um 1510, stammt von Hans Holbein dem Älteren.
Das Gemälde "Heilige Katharina", entstanden um 1510, stammt von Hans Holbein dem Älteren. Bildrechte: MDR/Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin
Das Gemälde 'Brustbild eines unbekannten Herrn mit Hut und Handschuhen', entstanden um 1535, stammt von Frans Hals. Bisher war es wegen scheinbarer Abweichungen der Werkstatt des Meisters zugeschrieben worden.
Das Gemälde "Brustbild eines unbekannten Herrn mit Hut und Handschuhen", entstanden um 1535, stammt von Frans Hals selbst. Bisher war es wegen scheinbarer Abweichungen der Werkstatt des Meisters zugeschrieben worden. Bildrechte: MDR/Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin
Das Gemälde 'Landstraße mit Bauernwagen und Kühen', entstanden um 1610, stammt auf der Werkstatt von Jan Brueghel dem Älteren.
Das Gemälde "Landstraße mit Bauernwagen und Kühen", entstanden um 1610, stammt auf der Werkstatt von Jan Brueghel dem Älteren. Bildrechte: MDR/Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin
Die beim Kunstraub 1979 in Gotha gestohlenen Bilder wurden am Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin analysiert.
UV-Fluoreszenzaufnahme des Brueghel-Gemäldes: Die Aufnahme zeigt zahlreiche Retuschen (dunkle Flecken) und bei früheren Restaurierungen nicht entfernte Firnisreste (grün/grau Schleier). In der Mitte der rechten Bildhälfte sieht man einen retuschierten und restaurierten Riss in der Holztafel. Bildrechte: MDR/Rathgen-Forschungslabor, Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Die beim Kunstraub 1979 in Gotha gestohlenen Bilder wurden am Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin analysiert.
Digitalmikroskopische Untersuchung der Gemäldeoberfläche des Frans-Hals-Bildes Bildrechte: MDR/Rathgen-Forschungslabor, Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Die beim Kunstraub 1979 in Gotha gestohlenen Bilder wurden am Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin analysiert.
Rückstände eines von den Dieben entfernten Objektschildes des Schlossmuseums Gotha auf einer Gemälderückseite Bildrechte: MDR/Rathgen-Forschungslabor, Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Die beim Kunstraub 1979 in Gotha gestohlenen Bilder wurden am Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin analysiert.
Vergleich von zwei Radiografien (Röntgenbildern) des Lievens/Bol, die Pinselführung der bleiweißhaltigen Partien in Weiß und die Holzstruktur (Eiche) stimmen auf beiden Bildern überein und belegen, dass es sich um dasselbe Gemälde handelt. Links: Aufnahme aus dem Archiv des Radiologen M. Meier Siem (1966, heute im Deutschen Röntgenmuseum Remscheid), rechts 2019. Bildrechte: MDR/Rathgen-Forschungslabor, Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Die beim Kunstraub 1979 in Gotha gestohlenen Bilder wurden am Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin analysiert.
Bildgebende UV-Lichtuntersuchung an den Gemälden im Rathgen-Forschungslabor Bildrechte: MDR/Rathgen-Forschungslabor, Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Die beim Kunstraub 1979 in Gotha gestohlenen Bilder wurden am Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin analysiert.
Vergleich von zwei Radiografien (Röntgenbildern) des van Dyck. Die Defekte der handwerklich hergestellten Leinwand, der Kett- und Schussfäden, sind auf beiden Bildern identisch, ebenso wie die Pinselführung der bleiweißhaltigen Partien in weiß, was belegt, dass es sich um dasselbe Gemälde handelt. Links: Aufnahme aus dem Archiv des Schlossmuseums Gotha, vor 1979, rechts 2019. Bildrechte: MDR/Rathgen-Forschungslabor, Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Gemälde
Das ist der Moment, als der Vorhang zurückgezogen wird und die Bilder für die Öffentlichkeit erstmals zu sehen sind. Nur Sekunden später balgen sich Fotografen um den besten Platz vor den Bildern für ihre Fotos. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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