Ein Fahrrad steht auf dem Radweg an einem Fluss.
Radweg und Fluss nah beieinander - das erleben Radler auf dem Ilmtal-Radweg. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann

Robin radelt Vom Thüringer Wald ins Thüringer Becken

Entlang von Thüringens beliebtesten Radweg - dem Ilmtal-Radweg - von Ilmenau nach Kranichfeld.

MDR-Volontär 2019/2021 Robin Hartmann
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

von Robin Hartmann

Ein Fahrrad steht auf dem Radweg an einem Fluss.
Radweg und Fluss nah beieinander - das erleben Radler auf dem Ilmtal-Radweg. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann
Kurz und knapp
Länge: 38 km  
Ausgeschildert als: Ilmtal-Radweg  
Geeignet für: Alle Fahrradtypen;

Familien mit Fahrradfahranfängern (wenn keine Baustellen)
 
Geeignet bei: bei allen Wetterlagen  
Anreise: Mit dem Auto: nicht empfehlenswert, da keine Zugverbindung zwischen Ilmenau und Kranichfeld besteht.

Mit der Bahn: Start z.B. in Erfurt die Süd-Thüringen-Bahn nach Ilmenau nutzen (Abfahrt wochentags 9:38 Uhr, 10:38 Uhr, 11:38 Uhr, usw.)

Der letzte Zug fährt wochentags um 22:04 Uhr aus Kranichfeld Richtung Weimar ab, dort umsteigen in Richtung Erfurt.
 
Abbruchsmöglichkeit: Bahnhof Stadtilm  
Highlights für Kinder: Straußenfarm Kleinhettstedt; Maislabyrinth Kleinhettstedt; Karsthöhle Dienstedt  
Zu beachten: Es gibt unterwegs einige Baustellen die bis Herbst/Winter 2019 den Radweg unterbrechen. Umleitungen werden unter der Woche teilweise über Bundesstraßen umgeleitet und sind für Fahranfänger nicht geeignet.  

Die Strecke:

Vom Thüringer Wald ins Thüringer Becken

Entlang von Thüringens beliebtesten Radweg - dem Ilmtal-Radweg - von Ilmenau nach Kranichfeld.

Eine große Metallspirale als Skulptur auf einem Platz.
Los geht es mit meiner Tour am Ilmenauer Bahnhof. Die Skulptur auf dem Bahnhofsvorplatz ist hoffentlich kein Sinnbild für meinen Streckenverlauf. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann
Eine große Metallspirale als Skulptur auf einem Platz.
Los geht es mit meiner Tour am Ilmenauer Bahnhof. Die Skulptur auf dem Bahnhofsvorplatz ist hoffentlich kein Sinnbild für meinen Streckenverlauf. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann
Eine Hecke in Form geschnitten, dass Langewiesen lesbar ist.
Der Ilmtal-Radweg führt mich entlang der Ilm. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann
Ein Fluss fließt über einen kleinen Wasserfall
Die erste Ortschaft durch die ich komme ist der Ilmenauer Stadtteil Langewiesen. Hier fließen Ilm mit der Lohme zusammen und biegt Richtung Norden ab. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann
Eine Stahlbrücke führt zwischen Bäumen hindurch
Oftmals fahre ich auf kleinen Brücken über die Ilm. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann
Eine Umleitung für Fahrradfahrer ist auf der Straße ausgeschildert.
Auch einige Umleitungen muss ich fahren. Zwar sind sie gut ausgeschildert, aber trotzdem ist es unschön, dass ich über normale Landstraßen mit Autoverkehr geleitet werde. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann
Ein Straßenschild weißt nach Singen und Dörnfeld, ein anderes, kleineres zur Museumsbrauerei.
Eine beliebte Möglichkeit für einen Zwischenstopp nach einem kurzen Umweg ist die Museumsbrauerei in Singen. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann
Braun- und schwarzgefleckte Kühe auf einem Feld.
Wie nah ich an der Natur bin, merke ich auch an der Tiervielfalt entlang der Strecke. Große... Bildrechte: MDR/Robin Hartmann
Ziegen auf einem Hang mit Bäumen.
... wie kleine Tiere sind sehr interessiert an mir und meinem Fahrrad interessiert. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann
Ein Radwegweiser zeigt den Weg nach Kranichfeld über den Ilmtal-Radweg.
Die Strecke ist durchweg als Ilmtal-Radweg ausgeschildert. Der Radler vor grün-blauer Welle hilft zur Orientierung. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann
Eine Kopfsteinpflasterstraße in einer Stadt mit Baustellen
In Stadtilm erwartet mich die nächste Baustelle. Zwar ist die Strecke nicht gesperrt, aber holprig ist es über das Kopfsteinpflaster allemal. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann
Ein Brunnen aus Metall mit Blick auf zwei Kirchtürme
Aber Stadtilm ist nicht nur Baustelle, sondern hat auch einige Highlights zu bieten. Unter anderem der Blick vom Marktplatz auf die Stadtkirche. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann
Eine ramponierte Straße über ein Feld
Generell sind schlechte Streckenabschnitte wie hier aber selten, die meiste Zeit fahre ich über gut asphaltierte Wege. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann
Eine Wanderhütte mit Balkon
Auch wenn ich nicht in die Karsthöhle Dienstedt komme, nehme ich den Aufstieg auf den Berg auf mich und mache eine Pause in der Berghütte über der Höhle. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann
Eine Burg auf einem Berg im Wald
Meinen Zielort Kranichfeld erreiche ich kurz danach. Zuerst fahre ich am Oberschloss vorbei... Bildrechte: MDR/Robin Hartmann
Die Fassade einer Burg zwischen Bäumen
... danach sehe ich im Stadtzentrum auch die Niederburg. Dank der beiden nennt sich Kranichfeld auch Zwei-Burgen-Stadt. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann
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Verpflegung:

Ein Banner an einem Zaun weißt auf einen Biergarten hin.
Einen gemütlichen Zwischenstopp können Radler in Gräfinau-Angststedt einlegen. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann

Der Ilmtal-Radweg wurde als erster Radweg in Thüringen vom ADFC mit vier Sternen ausgezeichnet. Neben der Streckenbeschaffenheit zählt auch die Verpflegungssituation zu den Bewertungskriterien. Hier bietet der Abschnitt zwischen Ilmenau und Kranichfeld eine Vielzahl von Optionen. Selbstverpfleger finden alle drei bis vier Kilometer Rastplätze mit überdachten Bänken, in Langewiesen sowie zwischen Dienstedt und Barchfeld besteht zusätzlich die Möglichkeit zu grillen.

Radler, die sich vor der Tour kulinarisch noch nicht festlegen wollen, können in den Orten unterwegs immer wieder einkehren oder einen Imbiss auf die Hand nehmen. In Gräfinau-Angstedt kommt man direkt an einer Bäckerei vorbei, auch ein Fleischer liegt fast direkt an der Strecke. Auch der Biergarten am Fußballplatz ist am Wochenende ab 11 Uhr geöffnet.

Ein großer Metalltank unter einem Holzdach
Ausgefallenere Speisen gibt es in Kleinhettstedt. Die Kunst- und Senfmühle lädt mit Gaststätte, Museum und Laden zum Verweilen ein. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann

Wer ein besonderes Erlebnis sucht, kann von Dörnfeld einen kurzen Umweg über Singen einplanen und die örtliche Museumsbrauerei besuchen. In Stadtilm gibt es einige Restaurants, Eiscafés und Supermärkte.

Freunde von deftiger Kost sollten unbedingt einen Zwischenstopp in der Kunst- und Senfmühle Kleinhettstedt einplanen. Dienstag bis Sonntag können sich Radler ab 11:30 Uhr in der Gaststätte stärken oder im Mühlenladen das Senfsortiment probieren.

Die letzte Einkehrmöglichkeit vor Kranichfeld ist ein Biergarten in Dienstedt, welcher entlang des Radwegs ausgeschildet ist.

Sehenswertes:

Obwohl der Ilmtal-Radweg zum Großteil durch die Natur führt, gibt es unterwegs abseits der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt einiges zu entdecken.

Ein Schild an einem Backsteingebäude mit der Aufschrift Porzellanmuseum.
Das Porzellanmuseum in Langewiesen ist nur eine von vielen interessanten Zwischenstoppmöglichkeiten unterwegs. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann

Ilmenau bietet als Goethe- und Universitätsstadt eine Vielzahl kultureller Highlights. Ein Besuch im GoetheStadtMuseum ist ebenso lohnenswert wie ein Zwischenstopp an der Schlittenscheune. Hier können Neugierige nach Voranmeldung die Geschichte des Ilmenauer Rodel- und Bobsports erleben. Schließlich begann die sportliche Laufbahn von sieben Olympiasiegern in Ilmenau.

In Langewiesen kommen Radler direkt an der Kulturfabrik vorbei. Neben einem Porzellanmuseum gibt es hier auch ein kleines Kultur-Café.

Eine große Steinbrücke über einem Tal
Das Viadukt in Stadtilm galt zu seiner Bauzeit eine der größten Eisenbahnbrücken. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann

Stadtilm als einzige Stadt unterwegs ist auch ein kultureller Höhepunkt. Auf dem Weg ins Stadtzentrum fahren Radler durch den Ilmtal-Viadukt mit über 200 Meter Länge. Im historischen Stadtkern steht die Kirche St. Marien mit Doppelturmfassade. Außerdem gibt es die sieben Stadtwunder von Stadtilm. Dies sind: die höchste Brücke Thüringens, die Krypta, der größte Zinsboden Thüringens, die Stadtmauer, der größte Marktplatz Thüringens, die Höchstschwimmende Ente Stadtilms und die Klosterlinde. Doch leider können Interessierte die Linde, die Ente und die Brücke nicht mehr sehen, sie existieren nicht mehr.

Ein großes Schild auf einem Strohballen weißt auf den Maisirrgarten hin
Von Juli bis Oktober können Gäste den Maisirrgarten Kleinhettstedt besuchen. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann

Für Familien ist vor allem der Abschnitt zwischen Stadtilm und Kranichfeld interessant. In Kleinhettstedt können sich Kinder und Erwachsene ihren Weg durch ein Maislabyrinth bahnen oder freitags und samstags eine Straußenfarm inklusive Straußenküken besuchen. Auch wer nichts essen möchte, sollte einmal an der Kunst- und Senfmühle vorbeischauen und vielleicht einen Besuch im dortigen Museum einplanen und etwas über die Senfherstellung informieren.

Ein Holztor versperrt den Eingang in einen Berg
Die Karsthöhle kann nur nach vorheriger Anmeldung bei der Stadt Stadtilm besichtigt werden. Bildrechte: MDR/Robin Hartmann

Wer es abenteuerlicher mag, für den ist ein Besuch der Dienstedter Karsthöhle genau das Richtige. Die Höhle wurde bereits von der Steinzeit an bis ins Mittelalter immer wieder bewohnt und kann nach einer Voranmeldung bei der Stadt Stadtilm besichtigt werden.

Auch die Zwei-Burgen-Stadt Kranichfeld bietet einige Sehenswürdigkeiten. Zum einen lohnt sich ein Abstecher zum Oberschloss oder zur Niederburg, schon allein für die wunderschöne Aussicht über das umliegende Ilmtal. Wer sich für Volksmusik interessiert, der sollte auch noch am Kranichfelder Baumbachhaus vorbeischauen. Hier wurde der Dichter Rudolf Baumbach geboren, welcher den Text zu dem bekannten Lied "Hoch auf dem gelben Wagen" dichtete.

Fazit:

Der Ilmtal-Radweg von Ilmenau nach Kranichfeld ist für Familien und Naturliebhaber gleichermaßen geeignet. Die Tour führt hauptsächlich durch die Natur und bietet dabei abwechslungsreiche Landschaften. Kinder können sich über die vielen Tiere an der Strecke freuen, aber auch auf spannende Aktivitäten wie die Erforschung eines Maislabyrinths oder einer Höhle.

Allerdings sollten gerade Familien mit Fahranfängern bei der Planung der Tour überprüfen, ob entlang der Strecke gebaut wird. Dadurch kann es teilweise zu Umleitungen über Land- oder Bundesstraßen mit viel Verkehr kommen, welche nicht für Ungeübte geeignet sind.

Die Fassade einer Burg zwischen Bäumen 8 min
Bildrechte: MDR/Robin Hartmann

MDR-Volontär Robin Hartmann testet zehn Tage lang beliebte Radwege in Thüringen. Von Ilmenau aus nimmt er Thüringens möglicherweise populärsten Weg in Angriff - der aber ein paar unerwartete saisonale Tücken bot.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Di 03.09.2019 08:00Uhr 07:59 min

https://www.mdr.de/thueringen/sued-thueringen/ilmenau-ilmkreis/video-332926.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Ein Mann mit Fahrradhelm steht auf einer Holzbrücke
Bildrechte: MDR/Robin Hartmann

Wer radelt da?

Mein Name ist Robin Hartmann und ich bin seit März 2019 Volontär beim MDR. Im Spätsommer 2019 war ich für sieben Wochen im Landesfunkhaus Thüringen in Erfurt. Dabei ist das Projekt "Robin radelt" entstanden. Ich habe zehn Strecken in ganz Thüringen auf ihre Familienfreundlichkeit getestet. Dabei bin ich wohl der typische Alltagsradler. Mein Fahrrad nutze um auf Arbeit zu kommen, oder im Sommer auch mal zum Badesee am Rande der Stadt. Aber ich bin weder der Mensch, der sich eine Mehrtages-Tour antut, noch habe ich ein spezielles Fahrrad. Daher sollten meisten Fahrradfahrer und Räder in Thüringen meine getesteten Touren auch problemlos schaffen können.

Zuletzt aktualisiert: 03. September 2019, 18:11 Uhr

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