Fußball | 3. Liga HFC legt nach Wechseltheater Einspruch ein

9. Spieltag

Das einmalige Wechselchaos am Sonnabend (21.09.2019) beim Heimspiel des Halleschen FC gegen Preußen Münster könnte ein Nachspiel haben. Der HFC hat pro forma Einspruch eingelegt und prüft rechtliche Schritte.

Das Hallenser Wechseltheater 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten Sa 21.09.2019 16:30Uhr 02:40 min

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Sport im Osten Sa 21.09.2019 16:30Uhr 02:40 min

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Wechselfehler passieren immer mal wieder. Doch das, was am 9. Spieltag in der 3. Liga beim Spiel des Halleschen FC gegen Preußen Münster (2:2) geschah, gab es noch nie. Wegen einer Kommunikationspanne zwischen Gegner und Schiedsrichter Michael Bacher aus Amerang musste der falsche Spieler vom Platz. Prompt in diese Phase erzielte Münster den 2:2-Ausgleich – gleichzeitig der Endstand.

HFC legt pro forma Einspruch ein

Der HFC hat jetzt pro forma Einspruch eingelegt und einen entsprechenden Vermerk in das Spielprotokoll aufnehmen lassen. Man prüfe nun, welche Erfolgsaussichten ein offizielles juristisches Vorgehen haben könnte. Das sagte Pressesprecher Lars Töffling auf MDR-Anfrage und ergänzte: "Wir werden uns in den nächsten Tagen mit Experten über die Erfolgsaussichten einer Klage beraten. So einen Fall gab es ja noch nie, so Töffling.

Was war passiert?

Der Hallesche FC wollte in der 84. Minute Jan Washausen für Terrence Boyd einwechseln. Weil die Nummer 9 vom vorherigen Wechsel auf Seiten des SC Preußen angezeigt worden war, ging Halles Pascal Sohm nach einem Blickkontakt mit dem Unparteiischen vom Platz – und zwar auf dem kürzesten Weg. So sieht es die  Regeländerungen der Regelhüter des IFAB seit Sommer vor.  Boyd und Sohm verließen das das Spielfeld, Halle war kurz zu zehnt. Bitter obendrein: Der eingewechselte Washausen war noch gar nicht auf seiner Position und Münster traf genau in diesem Moment zum 2:2.

Sebastian Mai, HFC, beschwert sich über die Torentscheidung beim Schiedsrichter.
Sebastian Mai, HFC, beschwert sich über die Torentscheidung beim Schiedsrichter. Bildrechte: imago images/VIADATA

Schiedsrichter-Experte: Einspruch macht wenig Sinn

Ob der Einspruch Sinn macht, scheint offen. Alex Feuerherdt vom Schiedsrichter-Podcast "Collinas Erben" sagte im Gespräch mit WDR.de. "Für die Gültigkeit des Tores habe das Missverständnis aber keine Bedeutung. Das wäre anders gewesen, wenn Münster beispielsweise zu zwölft das Tor erzielt hätte."

"Die Schiedsrichter können nicht entscheiden, wie wir wechseln. Das kann nicht sein", klagte dagegen Halles Trainer Ziegner. Zurecht. Allerdings kann man dem Schiedsrichter keine Absicht unterstellen. "Es war ein Missverständnis, für den Schiedsrichter war der Wechsel aus seiner Sicht korrekt abgeschlossen. Das ist so zu behandeln wie eine Tatsachenentscheidung", sagte der Schiedsrichterexperte dem WDR.

sst

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 22. September 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2019, 13:47 Uhr

7 Kommentare

Bolzplatzkind vor 3 Wochen

Ärgerlich als die Situation an sich ist die Aussage des sog. Schiedsrichter Experten. Es geht wohl um zwei Dinge: die Entstehung des 2:2 und die Überstimmung der Wechselabsicht. Die Entstehung des Tores kann man in der Tat als unglücklich bezeichnen; kann dies unter Umständen auch (zähneknirschend) als Tatsachenentscheidung akzeptieren. Dass der Schiri entgegen dem Wechselwunsch des Trainers jedoch auch festlegen kann (egal ob bewusst oder unbewusst), welcher Spieler ausgewechselt wird, ist ein absolutes Unding. Hier beschönigend von einem "Missverständnis" zu reden, verkennt die Konsequenz einer solchen Entscheidung.

HFC Chemie vor 3 Wochen

Beide Tore für Münster hätten nicht zählen dürfen! 1:0 Abseits; 2:2 eindeutig irregulär! Die Auswechslung des HFC wurde ein-eindeutig angezeigt: 21 (Washausen) gegen 13 (Boyd). Genau diese Einwechslung hat der verantwortliche Linienrichter auch vollzogen - und so sicherlich auch im Spielberichtsbogen vermerkt. Genau dieser Wechsel war bei Wiederanpfiff des Schiedsrichters noch nicht abgeschlossen. Folge: Boyd - offiziell ausgewechselt - befand sich noch und somit irregulär auf dem Spielfeld; Washausen - offiziell eingewechselt - befand sich noch nicht auf dem Spielfeld. Das Spiel hätte somit noch nicht wieder angepfiffen werden dürfen! Das war wohl auch dem Linienrichter bewusst, als er beim 2:2 nicht (!) auf Tor entschied. Nicht, weil die Frage stand, ob der Ball vor oder hinter der Linie war, sondern, weil er sicherlich noch den vorausgegangenen irregulären Wiederanpfiff des Spiels im Kopf hatte! Konsequenz: Der HFC sollte juristisch Einspruch einlegen!

Vereinsbrille vor 3 Wochen

Und der Schiedsrichter "schickte!" Sohm vom Feld und hat den Wechsel zwischen Washausen und Boyd verpennt, griff somit aktiv ins Spielgeschehen ein, was nichts mit Tatsachenentscheidung zu tun hat.

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