Stärkung der Verbraucherrechte Besserer Schutz vor Handy-Abzocke

Am 1. Februar 2020 sind die Verbraucherrechte für "Abo-Fallen" bei Smartphones gestärkt worden. Mit der "Allgemeinverfügung zur Festlegung von Verfahren zum Schutz von Verbrauchern im Bereich des Bezahlens über die Mobilfunkrechnung" soll es Drittanbietern erschwert werden, an unser Geld über die Handyrechnung zu kommen. Alexander Schubert erklärt diese Neuerung.

Die Abo-Falle ist nur einen Klick auf der Website entfernt. Davon waren in der Vergangenheit Tausende betroffen. Erst im Herbst des vergangenen Jahres hat die Stiftung Warentest bekannt gegeben, dass 41.000 Kunden von drei Mobilfunkanbietern auf ihrer Handyrechnung zu Unrecht Geld abgebucht wurde – abgezockt von einem Drittanbieter.

Davor können sich Handynutzer mit einer "Drittanbietersperre" schützen. Die richtet auf Wunsch jeder Mobilfunkanbieter ein. Drittanbieter können dann gar nicht erst Geld abbuchen, wenn Nutzer auf ein Werbebanner tippen oder ungewollt auf einer entsprechenden Internetseite landen.

Abrechnung nur noch über Handyrechnung

Mit ihrer neuen Verfügung schreibt die Bundesnetzagentur für Mobilfunkunternehmen seit dem 1. Februar 2020 vor, dass Kosten, etwa für Abos und Apps, grundsätzlich nur noch über die Handyrechnung abgerechnet werden dürfen, wenn die Bestellung auf der Internetseite des Mobilfunkunternehmens bestätigt wurde.

Redirct-Verfahren nötig

Künftig verlangt die Bundesnetzagentur von Mobilfunkanbietern, das "Redirect-Verfahren" einzuführen. Sobald Käufe oder Abos ungewollt getätigt werden und über die Handyrechnung bezahlt werden sollen, muss der Nutzer automatisch zu einer anderen Website geleitet werden. Dort muss er den Kauf oder das Abo explizit bestätigen. Informationen zu anfallenden Kosten im Zusammenhang mit der Internetseite oder mit dem Werbebanner müssen außerdem angezeigt werden.

Eine Ausnahme gibt es: Wenn der Drittanbieter von sich aus mehr Verbraucherschutz eingebaut hat, dann entfällt dieser Zwischenschritt. Mehr Verbraucherschutz heißt in dem Fall nur, wenn man bei solchen Drittanbietern, etwa bei Spiele-Apps, durch ein Benutzerkonto registriert ist und sich also mit Benutzername und -Passwort auf der entsprechenden Seite aktiv einwählen muss, kann der Zwischenschritt entfallen.

Wie ist das bei Käufen ohne Abo?

Wenn es keine Abos sind, dann dürfen solche einzelnen Käufe auch zukünftig über die Handyrechnung abgebucht werden - aber nur unter einer Bedingung: Der Mobilfunkanbieter verpflichtet sich zu einer Geld-zurück-Garantie. Wenn der Kunde dann aber bei seinem Mobilfunkanbieter reklamiert, einen bestimmten Kauf gar nicht getätigt zu haben, muss der Mobilfunkanbieter dem Kunden sein Geld erstatten. Hält sich ein Mobilfunkanbieter nicht an diese Regelung, riskiert er im schlimmsten Fall Schadenersatzzahlungen an betroffene Kunden.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.02.2020 | 10-13 Uhr