22.09.2019 | 15:00 Uhr Dokumentation "Grenzenlos" zeigt Schicksale 30 Jahre nach der Wende

2019 jährt sich der Fall der innerdeutschen Grenze zum 30. Mal. Zeit, um erneut zu fragen, was in den letzten drei Jahrzehnten geschehen ist. Wie ist es den Menschen ergangen, die sich vor dem Zusammenbruch des Ostblocks auf den Weg in den Westen gemacht haben? Wie haben die Menschen in Westdeutschland diese Zeit wahrgenommen? Schaupieler und Kabarettist Wolfgang Stumph hat sich auf den Weg gemacht und ist 3.000 Kilometer durch die Bundesrepublik gefahren, um mit den Menschen zu sprechen.

Budapest, 3.9.1989 Eine Mutter und ihre Tochter campieren in ihrem Trabant am 03.09.1998 vor der bundesdeutschen Botschaft in Budapest.
Steffie Seifert 1989 in ihrem Trabant in Budapest. Ein ARD-Team brachte sie und ihre Tochter über die Grenze. Bildrechte: picture-alliance / dpa

Am 29. September zeigt das MDR-Fernsehen um 20:15 Uhr die Dokumentation "GrenzenLos – Wolfgang Stumph auf Spurensuche". Der Dresdener Schauspieler und Kabarettist hat sich dafür auf Spurensuche zu den Menschen begeben, die vor 30 Jahren die DDR verließen oder mit den Flüchtlingen in unmittelbarem Kontakt waren. Grundlage der Erzählung bilden Fotografien der Protagonisten, die im Sommer 1989 entstanden sind: in Sopron und Budapest, in Prag, Hof, an der innerdeutschen Grenze oder der Berliner Mauer am Brandenburger Tor.

Menschen und Orte

Bewegend erzählt die Dokumentation unter anderem von der Flucht der Familie Geißler, deren Tochter auf der Zugfahrt von Budapest nach Passau aus dem Zug gefallen war und sich dabei schwer verletzte. Heute arbeitet sie als Maskenbildnerin in Passau. Auch Steffie Seifert erzählt ihre Fluchtgeschichte. Die gelernte Berufskraftfahrerin gelangte in einem Wagen der ARD in den Westen, nachdem sie den Reportern ein Interview über die Lage in einem der Flüchtlingslager gegeben hatte. Aber es stehen nicht nur Menschen im Mittelpunkt.

Stumph reist auch an Orte, die eine Geschichte zu erzählen haben. So zum Beispiel zum Gemeindesaal im hessischen Herleshausen, wo den Ostbürgern das Begrüßungsgeld ausgezahlt wurde. Oder zu einer Brücke in Stapelburg (Sachsen-Anhalt), die Ost und West zusammengeführt hatte.

Starke Frauen im Mittelpunkt

"Uns hat die Frage interessiert, wo die Leute heute sind", erklärt Stumph im Interview mit MDR SACHSEN. Dabei habe sich schnell gezeigt, dass es nie ein "aalglatter Weg war. Wir haben die Beulen und die Kraftanstrengungen der Menschen gezeigt", so Stumph weiter. Besonders haben ihn die Frauenschicksale beeindruckt. "Wir haben ganz starke Frauen gesehen, die sich an ihren eigenen Zopf hochgezogen haben, auch wenn sie gestrauchelt sind." Selbst beim mehrfachen Ansehen habe ihn der Film sehr berührt. "Es war ein Geschenk, diesen Film zu machen", beteuert Stumph.

Am Montagabend wird "Grenzenlos" in der Schaubühne Lindenfels in Leipzig als Preview gezeigt. Im Anschluss soll es ein Publikumsgespräch geben.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR FERNSEHEN | 29.09.2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2019, 14:52 Uhr

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