13.02.2020 | 07:15 Uhr Musikwinkel-Express und Sonderzug nach Holzhau sorgen für Reichsbahn-Nostalgie

Ein DDR-Schienenbus aus dem Jahr 1964, auch Ferkeltaxi genannt, fährt auf dem Gleis der Hafenbahn von Greifswald.
Symbolbild: Solche Ferkeltaxis pendeln als Musikwinkel-Express zwischen Adorf und Zwotental. Bildrechte: dpa

Bahnfans haben am Sonnabend die Qual der Wahl. Gleich zwei Sonderfahrten versprechen Reisen wie mit der Deutschen Reichsbahn der DDR. Im Adorf geht ein Leichttriebwagen, bekannt auch als Ferkeltaxi, auf Fahrt zwischen Adorf und Zwotental. Von Cottbus fährt ein Dampfsonderzug über Dresden und Freiberg nach Holzhau.

Triebwagen im Musikwinkel unterwegs

Das Ferkeltaxi pendelt als "Musikwinkel-Express" vier Mal am Tag zwischen Adorf und Zwotental, hält unterwegs in Gunzen und Siebenbrunn. Der Förderverein Obervogtländische Eisenbahn widmet sich der Geschichte der sogenannten CA-Linie, die einst Chemnitz mit Adorf über Aue verband. Mit Bau der Talsperre Eibenstock wurde die durchgehende Verbindung unterbrochen. Zwischen Zwotental und Adorf fahren seit Ende 2012 keine planmäßigen Züge mehr.

Ferkeltaxi Ferkeltaxi werden die Leichtverbrennungstriebwagen der ehemaligen Deutschen Reichsbahn (früher Baureihe 171/172) augenzwinkernd genannt. Sie waren vor allem im ländlichen Raum unterwegs. Reisende und Pendler waren dort mit viel Gepäck unterwegs, für fast alles war im Traglastabteil Platz. Überlieferungen zufolge sollen auch Nutztiere gelegentlich mitgenommen worden sein, etwa Geflügel zu Markttagen.

Kooperation mit der Wisentatalbahn geplant

Der legendäre Schienenomnibus fährt in der Nähe von Tübingen.
Symbolbild: Die Wisentatalbahn fährt mit "roten Brummern" aus Bundesbahn-Beständen. Bildrechte: dpa

Ein Sprecher des Fördervereins sagte MDR SACHSEN, dass das Ferkeltaxi auch am 22. Februar nochmals pendelt. Ferner seien ab Mitte März gemeinsame Fahrtage des Musikwinkel-Expresses und der nahen Wisentatalbahn (Schönberg - Schleiz) geplant. Dazu soll zwischen beiden Strecken jeweils am zweiten Sonnabend im Monat ein Anschlusszug fahren. Auf der Wisentatalbahn fahren ehemaligen Bundesbahn-Schienenbusse, die das Pendant zu den Ferkeltaxis darstellen und ebenfalls einstmals als "Retter der Nebenbahnen" galten. Sie werden von Bahnfans als "rote Brummer" wegen ihrer markanten Dieselmotorgeräusche bezeichnet.

Dampfzug von Cottbus über Dresden nach Holzhau

Wer Lust auf Dampflok hat, kann am Sonnabend den Sonderzug "Schneeflocke" wählen. Dieser fährt von Cottbus über Dresden und Freiberg nach Holzhau. Zwischen 8:55 Uhr und 9:22 Uhr sowie 19:30 Uhr und 20:05 Uhr macht der Zug im Dresdner Hauptbahnhof Halt und wechselt die Fahrtrichtung. Zum Einsatz kommen Dampfrösser der legendären preußischen Baureihe P8 und der Güterzugbaureihe 50 sowie die historische E-Lok 77 10. Diese 1925 gebaute Maschine ist in Dresden stationiert. Sie ziehen klassische Reisezugwagen, die aus früheren Reichsbahn-Beständen stammen und von den Vereinsmitgliedern erhalten werden. Veranstalter sind der Verein Flügelradtouristik aus Bannewitz und der Lausitzer Dampflok-Club aus Cottbus.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.02.2020 | in den Servicetipps aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2020, 07:10 Uhr

1 Kommentar

Grooveman vor 2 Wochen

Stichwort Wisentatalbahn: Eigentlich führte die Bahnstreccke einst von Plauen über Schönberg kommend bis zur Bleilochtalsperre, dem Thüringer Meer. Nun bin ich ein großer Fan von Radwegen, aber aus der Bahnstrecke ab Schleiz einen Radweg zu machen, sorry, noch dümmer kann man sich in Sachen Infrastruktur / Tourismusförderung nicht aufstellen. Überhaupt wird man sich bei dem Kampf, welche die aktuelle Bundespolitik gegen den Individualverkehr, hin zu mehr Förderung der Öffentlichen Verkehrsmittel noch in den Allerwerstesten beissen, über jede Bahnstrecke, die man hat still gelegt oder verrotten lassen.

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