Braunsbedra Müll am Geiseltalsee: Anwohner protestieren gegen Erweiterung von Deponie

Wer in Sachsen-Anhalt Ausflugsziele sucht, wird unter anderem am Geiseltalsee im Saalekreis fündig. Dort können Touristen baden, Boot fahren oder campen. Anwohner befürchten allerdings, dass es damit bald vorbei sein könnte. Die örtliche Müllentsorgungsanlage soll erweitert werden. Dagegen regt sich Protest.

Geiseltalsee
Idylle pur: Der Geiseltalsee lockt viele Touristen. Anwohner befürchten, dass sich das bald ändern könnte. (Archivfoto) Bildrechte: MDR/Oliver Hauswald

Anwohner rund um den Geiseltalsee im Saalekreis sind in Sorge. Grund dafür ist eine Müllentsorgungsanlage bei Krumpa am Geiseltalsee. Die hat seit kurzem einen neuen Besitzer. Dessen Plan ist, die Deponie deutlich zu erweitern. Bei vielen Bürgern sorgt das für Unmut.

Gezeigt hat das auch eine Bürgerversammlung am Freitag. Zu der hatte die Logistik-Beratung-Recycling GmbH eingeladen, Besitzer der Deponie. "Wir haben etwas dagegen, dass immer mehr Müll hierherkommt", sagte eine Anwohnerin MDR SACHSEN-ANHALT. "Manchmal stinkt es schon jetzt wie saurer Pudding oder Joghurt", erzählte sie. Eine andere Anwohnerin aus Frankleben ergänzte: "Wenn der Wind ungünstig steht, dann riecht es. Die Fliegenpopulation in Frankleben ist ungewöhnlich hoch."

Bürgerinitiative will weiter protestieren

Viele Anwohner stört aber nicht nur der Müll vor der Haustür. Sie befürchten, dass Touristen wegen des Gestanks künftig wegbleiben – und statt am Geiseltalsee anderswo ihre Freizeit verbringen. "Wir dürfen nicht vergessen, dass der Geiseltalsee mit Millionen erschaffen worden ist", sagte eine Frau bei der Bürgerversammlung. Die Firma mache das kaputt, klagt sie – ob bewusst oder unterbewusst.

Stephan Dietl will das nicht so stehen lassen. Er ist Geschäftsführer der neuen Betreiberfirma und damit auch Chef der Müllentsorgungsanlage am Geiseltalsee. Sein Unternehmen hat die 180.000 Quadratmeter große Deponie gekauft – und will dort künftig 500.000 Tonnen Abfall recyceln und entsorgen. Dietl betont, dass dabei alles mit rechten Dingen vor sich geht. "Das stellen wir sicher durch die Abläufe und wie wir sie gestalten." Den Tourismus am Geiseltalsee kaputt zu machen, das habe seine Firma keineswegs vor.

Vielen Anwohnern reicht das aber nicht aus. Die Bürgerinitiative hat angekündigt, weiter gegen die Pläne des Unternehmens demonstrieren zu wollen.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. September 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2019, 07:51 Uhr

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