Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im Februar 2020

Warum endet die Weihnachtszeit erst am 2. Februar? Wir erklären es im Kalender. Außerdem feiern Buddhisten Magha Puja und Neujahr, Hindi die Nacht des Shiva. Für Aleviten und Christen beginnt die Fastenzeit.


2. Februar: Darstellung des Herrn

(katholisch, orthodox)

Das Fest wird 40 Tage nach Weihnachten gefeiert und bildet den Abschluss der Weihnachtszeit. Maria war Jüdin – eine Frau, die ein Kind zur Welt gebracht hat, gilt bis zum vierzigsten Tag nach der Geburt als rituell unrein. Wobei man "unrein" nicht wörtlich nehmen sollte. Diese religiöse Regel beschützte die Frau vierzig Tage lang nach der Geburt auch davor, vom Mann zum ehelichen Beischlaf gezwungen zu werden.

Am vierzigsten Tag nach der Geburt gehen jüdische Frauen in die Mikwe, ein Ritualbad, um sich rein zu waschen. Deshalb pilgerte auch Maria nach Jerusalem in den Tempel nach Jerusalem, um sich dort rituell zu reinigen. Währenddessen wurde der Neugeborene Jesus zu einem Priester gebracht und vor Gott "dargestellt". Im Tempel sollen Simeon und Hannah prophezeit haben, dass das Kind der Erlöser ist.   

Darstellung des Herrn im Tempel, Fresko von Thomas von Villach um 1470.
"Darstellung des Herrn im Tempel" auf einem Fresko von Thomas von Villach um 1470. Bildrechte: IMAGO

2. Februar: Mariä Lichtmess

(römisch-katholisch)

Mariä Lichtmess ist in traditionsbewussten christlichen Familien der Zeitpunkt, ihre Krippe abzubauen und ihren Weihnachtsbaum zu entsorgen. Denn mit Mariä Lichtmess oder "Mariä Reinigung", wie das Fest früher auch genannt wurde, endet 40 Tage nach Heilig Abend. Der Name "Mariä Lichtmess" bezieht sich auf Lichter-Prozessionen und dazugehörige Kerzenweihen an diesem Tag. Kaiser Justinian I. hatte sie erstmalig 542 für Byzanz angeordnet. Diese Tradition wurde von der römischen Kirche übernommen und wird noch heute zelebriert.



3. Februar: Blasiustag

(katholisch)

Die Licht- bzw. Kerzensymbolik des Lichtmesstages wird am 3. Februar, dem Blasiustag, fortgeführt. Am Gedenktag des Heiligen Blasius gibt es während einer Gottesdienstfeier den Blasiussegen. Dieser Segen soll besonders vor Halskrankheiten und Erkältungen bewahren. Der Priester, der den Segen spendet, hält zwei überkreuzte Kerzen vor den Gläubigen und spricht folgendes Segensgebet: "Durch die Fürsprache des heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius befreie und bewahre Dich der Herr vor allem Übel des Halses und jedem anderen Übel."

Der historische Blasius war Bischof und wurde zur Zeit der römischen Christenverfolgung im Jahr 316 enthauptet.


9. Februar: Magha Puja

Wat Phra Dhammakaya Tempel am Makha Bucha Day oder Magha Puja Tag
Am Magha Puja treffen sich Möche zum gemeinsamen Gebet vor dem Wat Phra Dhammakaya Tempel in Bangkok. Bildrechte: imago/imagebroker

(thai-buddhistisch)

Das buddhistische Magha Puja-Fest, auch Makabuscha oder Makha Bucha genannt, erinnert an ein spontanes Treffen von über 1.000 Mönchen. Die hatten unabhängig voneinander beschlossen, Buddha aufzusuchen. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist deshalb eine von Mönchen angeführte nächtliche Prozession, die dreimal um einen Tempel oder eine Buddha-Statue führt. Dabei tragen die Gläubigen die dreifachen Opfergaben: eine brennende Kerze, drei brennende Räucherstäbchen, einen Blumenkranz oder eine frische Blüte. Damit erinnern sie an die drei sogenannten Juwelen des Buddhismus: Buddha, seine Lehren (Dharma) und die buddhistische Gemeinschaft (Sangha).


4. Februar: Tu BiSchwat – Neujahrsfest der Bäume

(jüdisch)

Am 4. Februar feiern die Juden Tu Bischwat, das Neujahrsfest der Bäume. Dabei gedenken sie der Natur, die aus dem Winterschlaf erwacht. In Israel wird das Neujahrsfest der Bäume vor allem mit Schulkindern begangen, die diesen Tag zum Anlass nehmen, neue Bäume zu pflanzen. Eine andere Tu Bischwat-Tradition ist es, die verschiedenen Früchte zu essen, mit denen Israel gesegnet ist, allen voran Oliven, Datteln, Trauben, Feigen und Granatäpfel


10.-12. Februar: Ninive-Fasten

(syrisch-orthodox und koptisch-orthodox)

Dieser dreitägige Fastenbrauch der syrisch- und koptisch-orthodoxen Kirchen erinnert an die Stadt Ninive. Ihre Bewohner baten damit um Vergebung ihrer Sünden und retteten ihre Stadt so vor dem Untergang.


11.-13. Februar: Hizir-Fasten

(alevitisch)

Die zweite Februarwoche wird von den Aleviten, einer im Anatolien des 13./14. Jahrhunderts entstandenen Religionsgemeinschaft, als "Woche des Hizir" gefeiert. Hizir ist der unsterbliche Schutzpatron und Heilige, den die Gläubigen in der Not anrufen, meist mit den Worten "Eile herbei, Hizir!" Ihm zu Ehren wird drei Tage lang, von Dienstag bis Donnerstag gefastet. Am letzten Abend der drei Fastentage, wird Kavut zubereitet, eine Speise aus Weizen und Wasser, die über Nacht ruht. Bevor sie schlafen gehen, wünschen sich die Familienmitglieder etwas Besonderes.

Die Aleviten glauben, dass Hizir über Nacht von diesen Speisen kostet oder darauf ein Zeichen hinterlässt und dann die Wünsche derjenigen in Erfüllung gehen, die am nächsten Tag davon essen.


14. Februar: Valentinstag                 

Felix Seibert-Daiker 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR+ Fr 14.02.2020 00:00Uhr 02:39 min

Rechte: MDR

Video

(römisch-katholisch)

Der 14. Februar ist in vielen Ländern ein Tag, an dem sich Verliebte kleine Geschenke machen. Hierzulande schenken sich die meisten Blumen, in Finnland hingegen werden Karten verschickt, während sich Liebende in Japan mit Schokolade beschenken.

Ursprung all dieser Traditionen ist Bischof Valentin von Terni. Der Geistliche lebte im dritten Jahrhundert n. Chr. und starb als Märtyrer, weil er gegen den Willen des damaligen Kaisers Claudius II. heimlich Verliebte traute, darunter zahlreiche römische Soldaten, denen die Heirat mit einer Christin per Gesetz verboten war. Bischof Valentin ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und wurde dafür am 14. Februar 269 auf Befehl des römischen Kaisers geköpft.


21. Februar: Maha Shivaratri

Sadhus oder heilige Männer sitzen nahe einem Feuer während Maha Shivaratri-Festivals an der Pashupatinath-Tempelprämisse in Kathmandu.
Sadhus, heilige Männer, sitzen während des Maha Shivaratri-Festes am Pashupatinath-Tempel in Kathmandu. Bildrechte: IMAGO

(hinduistisch)

Die Nacht, in der sich Shiva mit Parvati vermählt und die Nacht des Tanzes der ursprünglichen Schöpfung und Zerstörung.

Maha Shivaratri (auch: Mahashivaratri), die Nacht des Shiva, zählt zu den wichtigsten Feiertagen im Hinduismus. Für die Verehrer Shivas ist diese Nacht sogar die heiligste aller Nächte. Sie verbringen sie mit Fasten, Nachtwachen und Gebeten. Wer nicht an einer Wallfahrt teilnehmen kann, besucht den nächstgelegenen Tempel oder betet Shiva zuhause an. Dafür übergießen die Gläubigen ein sogenanntes Linga, ein aus verschiedenen Materialien natürlich entstandenes oder von Hand geschaffenes Symbol für den Hindu-Gott, mit Milch, Joghurt, Butter und Honig und schmücken es mit den Blättern des heiligen Baumes Bel.

Shiva ist Teil der hinduistischen Dreifaltigkeit und nimmt neben Brahma, dem Schöpfer und Vishnu, der das Universum hält, die Rolle des Vernichters ein. Seine Aufgabe ist es, auf die Vergänglichkeit allen Lebens hinzuweisen. Gleichzeitig wird Shiva auch als Retter und Erlöser verehrt.



24.-26. Februar: Losar - Tibetisches Neujahr

Folklore-Künstler während einer Gala zum Tibetischen Neujahr in Lhasa.
Aufführung zum Tibetischen Neujahr in Lhasa. Bildrechte: imago/Xinhua

(buddhistisch)

Das tibetische Neujahrsfest ist der wichtigste tibetische Festtag und wird auch von den vielen im Exil lebenden Tibetern begangen. Die Vorbereitungen beginnen vielerorts zwei bis fünf Tage zuvor: Während dieser Zeit putzen und schmücken die Gläubigen ihre Häuser, kleiden sich neu ein, begleichen Schulden und legen Streitigkeiten bei. Viele Tibeter nutzen die Zeit auch zur geistigen Reinigung, indem sie meditieren oder religiöse Texte lesen.

Während der eigentlichen Neujahrsfeierlichkeiten, die drei Tage lang dauern, beten die Tibeter, besuchen Freunde und Verwandte, singen, spielen, essen und trinken gemeinsam. Losar beginnt mit einem Familienfest, zu dem man gemeinsam am Familienaltar betet und Tee mit Yakbutter trinkt. Am zweiten Tag pilgern Gläubige mit Opfergaben in die Klöster, am dritten Tag wird gefeiert.


25. Februar: Beginn der drei gesegneten Monate (Radschab, Schaban und Ramadan)

(islamisch)

Gemeint sind damit der siebte, achte und neunte Monat des Mondkalenders, denen im Islam eine besondere Bedeutung beigemessen wird. Neben der Pflicht, im Ramadan zu fasten, empfahl der Prophet den Muslimen auch in den beiden vorhergehenden Monaten, enthaltsam zu leben.

Vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang darf im Ramadan nichts gegessen und getrunken werden. In der Hitze der südlichen Länder bedeutet das einen erheblichen Verzicht. Nur Alte, Kranke, Schwangere und Kinder sind vom Fasten befreit. Am Abend hat das Fasten jeweils ein Ende und meist wird dann eine warme Mahlzeit gegessen.


26. Februar: Aschermittwoch

(christlich)

Am Aschermittwoch beginnt für katholische und evangelische Christen die vorösterliche Fastenzeit. Nach der Karnevals- und Faschingszeit, den närrischen Tagen verrückter Ausgelassenheit, kommt nun eine Zeit der Besinnung, des Verzichts und der Zeit, in der sich die Christen auf ihr höchstes Fest vorbereiten: das Fest der Auferstehung Jesus Christus' am Ostersonntag. Sie endet nach genau 40 Tagen zu Ostern, weil Jesus 40 Tage in die Wüste gegangen sein soll, um zu fasten und seinen Weg zu finden.

Der Name Aschermittwoch geht auf eine frühe Tradition der Kirche zurück: Damals wurden Menschen, die gesündigt hatten, zu Beginn der Fastenzeit in Bußgewänder gekleidet und mit Asche bestreut. Seit dem 10. Jahrhundert lassen sich die Gläubigen am Aschermittwoch zum Zeichen ihrer Reue Aschekreuze auf ihre Stirn zeichnen.

Zuletzt aktualisiert: 07. Februar 2020, 15:18 Uhr