Punch Needling und Makramee Kreative Woll-Trends: 3D-Sticken und Knüpfen

Mit wollenen Regenbögen, Herzen und Blumen den trüben Februar aufhellen - das verspricht Bastel-Expertin Judith Heinze. Sie zeigt, wie farbenfrohe Stickbilder ohne Sticken gelingen. Und wie Baumwollseile zur bunten Wanddeko werden. Die Zauberworte sind Punch Needling und Makramee.

Punch Needling & Makramee
Bildrechte: MDR/Judith Heinze

Mit bunter Wolle gegen den Winterblues - zum Beispiel mit einem Regenbogen-Stick-Bild. Das empfiehlt Bastel-Expertin Judith Heinze. Stickfertigkeiten sind dafür übrigens nicht notwendig! Wir erklären, was hinter dem Bastel-Trend Punch Needling steckt.

Punch Needling: Das Stickbild ohne Sticken

Punch Needling & Makramee
Bildrechte: MDR/Judith Heinze

Bei der Punch Needle handelt es sich um eine Kreuzung aus Zierstichnadel, Stanznadel und Knüpfhaken, für die es in Deutschland weder ein passendes Äquivalent noch einen guten Begriff gibt. Deshalb wird der englische Name auch hier benutzt. Beim Punch-Needle-Sticken wird Garn durch lockeres Gewebe zu Schlaufen gezogen.

Dadurch formt sie auf der Rückseite eine kleine Schlaufe. Wenn nun viele Schlaufen eng nebeneinander gearbeitet werden, hält das Garn ganz ohne Knoten und eine weiche Oberflächenstruktur entsteht. Die hat dem Trend auch den Beinamen 3D-Sticken verpasst. Auf diese Art kann man Kissen, Wandbehänge, Taschen und noch viel mehr verzieren.

Und so geht's

Zuerst das Aufspannen:
Damit die Schlaufen gleichmäßig lang werden, muss der Stoff, auf dem gearbeitet wird, sehr straff gespannt sein. Ein Stickrahmen funktioniert für kleinere Arbeiten sehr gut, sollte zwischendurch aber immer wieder gespannt werden.

Für größere Projekte wie Kissenbezüge, Teppichläufer und Wandbilder empfiehlt sich ein Spannrahmen. Den kann man aus vier Holzleisten selbst zusammenbauen oder man verwendet einfach alte Bilderrahmen oder unbespannte Keilrahmen. Darüber wird das Gewebe gelegt, straff gespannt und auf der Rückseite festgetackert.

Punch Needling & Makramee
Bildrechte: MDR/Judith Heinze

Nun der Stoff:
Die Grundlage ist ein locker gewebter Stoff, durch den man die Nadel führt, wie locker gewebtes Leinen, für den Anfang kann man auch Sackleinen oder Jute verwenden. Damit sich der Stoff beim Sticken an den Kanten nicht auflöst, sollte er vorher versäubert werden.

Für das Sticken braucht man eine spezielle Stanznadel. Die gibt es in unterschiedlichen Weiten und Größen. Je weiter die Nadel, desto dicker darf das Garn sein. Je kleiner die Nadel, desto länger werden die Schlaufen. Die reguläre Nadelgröße ist 10. Man erhält damit eine schön strukturierte Oberfläche mit 0,6 cm langen Schlaufen. Die Stärke und Art des Garns hängt von der Nadelgröße und dem geplanten Textil ab.


Regenbogenmakramee

Wollige Regenbogendeko geht auch anders - als Regenbogenmakramee. Dazu werden zunächst Baumwollseile in passende Stücke geschnitten. Damit die Enden nicht vorzeitig ausfransen, müssen sie unbedingt mit Klebestreifen oder mit einem Streifen Masking Tape umwickelt werden.

Damit das Seil später zu einem Regenbogen geformt werden kann, wickelt man mit dem Seil ein Stück Basteldraht ein. Die Länge hängt von der umwickelten Drahtlänge ab. Nun wird jedes Baumwollseil mit Wolle in einer anderen Farbe umwickelt.

Punch Needling & Makramee
Bildrechte: MDR/Judith Heinze

Zeit nehmen! Je nach Größe des Regenbogens braucht er zwei bis vier Stunden Zeit.

Der Basteldraht wird hierbei mit eingewickelt. Beim Wickeln sollte man die Seile schon in der richtigen Farbreihenfolge auf den Tisch legen, damit die umwickelten Enden auch passend lang sind.

Wenn alle Farben fertig sind, werden die Stränge aneinander genäht oder mit Heißkleber geklebt. Zum Schluss werden die Enden des Seils aufgedröselt und gekämmt, damit sie voluminöser erscheinen. Nun noch eine Aufhängung dran und fertig.

Viel Spaß beim Nachmachen!

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 12. Februar 2020 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2020, 09:20 Uhr