Grüne Woche Trecker-Blockaden: Bauern protestieren gegen Agrarpaket

Mit Trecker-Blockaden haben bundesweit Tausende Landwirte gegen das Agrarpaket der Bundesregierung und die geplante Verschärfung der Düngeverordnung protestiert. In Berlin, Dresden, Magdeburg, Nürnberg und anderen Großstädten legten Tausende Traktoren den Verkehr lahm.

Mit Traktoren demonstrieren Landwirte am Rande der 94. Internationalen Grünen Woche.
Traktoren vor der Siegessäule in Berlin: In der Bundeshauptstadt und anderen deutschen Großstädten protestierten Bauern gegen das Agrarpaket der Regierung. Bildrechte: dpa

Zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche in Berlin haben am Freitag bundesweit Tausende Landwirte gegen strengere Umweltschutzregeln demonstriert. Die Bauern zogen mit ihren Traktoren auf Sternfahrten nach Berlin, Dresden, Leipzig, Magdeburg, Nürnberg, Hannover, Bremen, Stuttgart und andere Großstädte der Republik.

1.000 Traktoren in Dresden

In Sachsens Landeshauptstadt Dresden kamen nach Angaben der Organisatoren rund 2.000 Landwirte mit etwa 1.000 Traktoren zusammen. Die größten Proteste gab es mit 10.000 Teilnehmern und 5.000 Traktoren im fränkischen Nürnberg.

In Berlin rollten nach Angaben der Veranstalter etwa 400 Traktoren aus dem Norden, Süden und Westen in die Innenstadt. Mit der Straße des 17. Juni blockierten sie auch eine zentrale Verkehrsachse der Bundeshauptstadt. Auf Plakaten an den Landmaschinen stand: "Mit uns statt gegen uns" oder – an die Adresse von Politikern und Kritikern - "Sie säen nicht. Sie ernten nicht. Doch sie wissen alles besser."

Agrarpaket und Düngeverordnung

Zu den Kundgebungen hatte die Bauern-Initiative "Land-schafft-Verbindung" aufgerufen. Ihr Protest richtet sich gegen das Agrarpaket der Bundesregierung und die geplante Verschärfung der Düngeverordnung. Sollte das Düngen auf den Feldern weiter eingeschränkt werden, befürchten die Landwirte Ernteeinbußen.

Die Bauern sehen sich als Sündenbock für zu hohe Nitratwerte im Grundwasser. Zwar räumt "Land-schafft-Verbindung" für einige Regionen zu hohe Nitratwerte ein. Allerdings sollte die neue Düngemittel-Verordnung nur dort und nicht wie geplant flächendeckend gelten. Auch gegen das im Agrarpaket der Bundesregierung geplante Tierwohl-Label sowie das Aktionsprogramm Insektenschutz, das Einschränkungen beim Pestizid-Einsatz vorsieht, richtet sich der Bauern-Protest.

Klöckner für sachliche Debatte

Julia Klöckner
Klöckner: Sachliche Diskussion und Offenheit. Bildrechte: IMAGO

Bundesagrarministerin Julia Klöckner forderte die Bauern zum Auftakt der Grünen Woche zur sachlichen Diskussion über neue Pflanzenzüchtungen sowie zur Offenheit für neue Methoden auf. Durch sie könnten Pflanzenschutzmittel eingespart und Ernten klimafester werden. Die Kritiker der Landwirtschaft rief die CDU-Politikerin zum Dialog mit den Landwirten auf. Zudem erinnerte sie daran, dass die Verbraucher durch ihr Kaufverhalten mitentscheiden würden, wie Tiere gehalten und Lebensmittel produziert würden.

Die ostdeutschen Agrarminister verlangten von der Bundesregierung unterdessen mehr Finanzmittel zur Stärkung des ländlichen Raums. Ähnlich äußerten sich auch Umweltschutzverbände. So forderte der WWF mehr staatliche Hilfe für die Landwirte beim Klima- und Umweltschutz, weil die Bauern sonst auf der Strecke blieben. BUND-Chef Olaf Bandt forderte die Bunderegierung auf, die Landwirte beim ökologischen Umbau ihrer Betriebe zu unterstützen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Januar 2020 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Januar 2020, 19:02 Uhr

26 Kommentare

heribert54 vor 5 Wochen

@Chemnitzer,
Die Vorwürfe gegenüber den Kids sind keinesfalls sinnnlos, sogar sehr berechtigt. Sollen die Kids in den vielen Ausfallstunden in der Schule mal einen "Ausflug" machen zu den Bauern, die dafür sorgen, dass sie heute genug zu Essen haben. Ich wage zu behaupten die meisten dieser FFF-Fantasten wissen nicht wo ihre Lebensmittel herkommen, einschliesslich der Lebensmittel, die tausende Kilometer durch die Luft oder übers Meer transportiert werden.

frank d vor 5 Wochen

@Kiel oben: Mit genau der gleichen Argumentation der eigenemoralischen Überlegenheit kamen damals die Brauen auch mit Hilfe all der studierenden und Jugend. als es dann schief ging haben die Sozialisten gesagt sehet das war kein richtiger Sozialismus denn er war national nun werden wir den Internationalen Sozialismus aufbauen, mit Hilfe der studierenden und der Jugend. Das Ergebnis ist auch hier bekannt, wieder kamen dann die Sozialisten und behaupteten wie immer das war keine richtiger Sozialismus.
un kommen die Sozialisten wieder im grünen Mao-Anzug und wollen den Öko-Sozialismus schaffen. und sie fallen wieder auf die schönen Worte herein. Glanzleistung.
Sapere Aude

frank d vor 5 Wochen

@Normalo sie vergiften die Stimmung mit infantilem Populismus für Bildungskatastrophen geschädigte. Erklären sie mal wie es möglich ist das die Schüler zwar objektiv immer schlechter werden aber gleichzeitig alles viel besser wissen? Das ist doch ein antagonistischer Wiederspruch.
Sapere Aude