Bundestagsbeschluss Wohnungslose werden künftig erfasst

Der Bund will sich einen Überblick zur Zahl der Obdachlosen in Deutschland verschaffen. Der Bundestag beschloss, dazu die Übernachtungen in Gemeinschafts- und Notunterkünften zu erfassen. Bislang gibt es nur Schätzungen und regionale Erhebungen.

Am 1. Dezember 2018 eröffnen die Johanniter in der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule eine Notübernachtung für Obdachlose
Notunterkunft der Johanniter für Obdachlose in Berlin. Bildrechte: imago/Christian Mang

Obdachlose werden in Deutschland künftig statistisch erfasst. Der Bundestag billigte ein Gesetz, um erstmals bundesweit Daten zu erheben. Ziel sind effektivere sozialpolitische Maßnahmen und Hilfen für Länder und Kommunen im Kampf gegen Wohnungslosigkeit.

Geplant ist, dass ab 2022 alle Wohnungslosen erfasst werden, die in Gemeinschafts- oder Notunterkünften untergebracht sind. Zu auf der Straße lebenden Obdachlosen und Menschen, die übergangsweise bei Familie, Freunden oder Bekannten unterkommen, soll es ergänzend alle zwei Jahre einen Bericht geben.

Zehntausende leben auf der Straße

Sozialverbände und Opposition fordern schon lange eine Wohnungslosen-Statistik. Bislang gibt es nur Schätzungen und regionale Erhebungen zur Wohnungslosigkeit. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe etwa ging für 2018 von bundesweit 678.000 Betroffenen aus, wobei rund zwei Drittel von ihnen anerkannte Flüchtlinge waren. Etwa 41.000 Frauen und Männer lebten demnach ohne jegliche Unterkunft obdachlos auf der Straße.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Januar 2020 | 20:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2020, 22:38 Uhr