Studie Hortbetreuung steigert Erwerbstätigkeit von Müttern

Der geplante Ausbau der Ganztagsbetreuung in der Grundschule könnte einer DIW-Studie zufolge die Erwerbsquote der Mütter um bis zu sechs Prozentpunkte steigern. Zudem würde sich die Ausweitung des Angebots durch höhere Steuereinnahmen großteils allein finanzieren.

Mehrere Erstklässler mit Schulranzen auf dem Rücken.
DIW-Studie sieht durch verbesserte Ganztagsbetreuung in der Schule bessere Jobchancen für Mütter. Bildrechte: colourbox.com

Durch den Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder könnte sich die Erwerbstätigkeit von Müttern um zwei bis sechs Prozentpunkte erhöhen.

Diese kurzfristige Wirkung erwarten Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) dadurch, dass Mütter ihre Erwerbswünsche realisieren können. Das DIW untersuchte dazu, inwiefern Hortangebote die Jobmöglichkeiten von Frauen verbessern.

Weiteres Ergebnis ist demnach, dass auch die öffentlichen Haushalte profitieren durch höhere Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen bei sinkenden Sozialtransfers. Die Mehreinnahmen beziffert die DIW-Studie je nach Szenario auf eine bis zwei Milliarden Euro pro Jahr.

Unser Gutachten zeigt, dass der Ausbau der Betreuungsangebote sich zu einem nicht unerheblichen Teil selbst finanziert.

Katharina Spieß (Leiterin der Abteilung Bildung und Familie im DIW Berlin)

Ziel ist Angebot für drei Viertel der Grundschulkinder

Der Koalitionsvertrag von Union und SPD sieht bis 2025 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter vor. Für Erst- bis Viertklässler soll eine Hortbetreuung von acht Stunden pro Tag an fünf Tagen in der Woche sichergestellt werden.

Die Ferienbetreuung soll so geregelt werden, dass nur noch Schließzeiten von bis zu vier Wochen erlaubt sind. Der Bund will die Länder beim Ausbau der Ganztagsbetreuung mit bis zu zwei Milliarden Euro unterstützen.

Eine Million neue Hortplätze geplant

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sieht die Hortbetreuung als Beitrag zur Chancengerechtigkeit. Ziel des Rechtsanspruchs sei, dass 75 Prozent der Eltern von Grundschulkindern eine Ganztagsbetreuung in Anspruch nehmen können.

Derzeit werden laut Giffey etwa 50 Prozent abgedeckt. Dabei gebe es große regionale Unterschiede. Im Osten oder in den Stadtstaaten Hamburg und Berlin sei die Quote höher als in anderen Ländern. Giffey zufolge müssen rund eine Million neue Ganztagsplätze geschaffen werden, um das Ziel zu erreichen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL HÖRFUNK | 20. Januar 2020 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Januar 2020, 11:06 Uhr

20 Kommentare

frank d vor 5 Wochen

@CrizzleMyNizzle
es kommt wohl darauf an mit welchen Kindern zusammen. In Berlin werden Ja die ganz tollen Eltern sehr Kreativ wenn es darum geht die eigenen Kinder woanders einzuschulen damit sie nicht mit den negativen Folgen des Grenzenlosen Landes konfrontiert werden. Beim eigenen Nachwuchs ist dann Schluss mit der tollen Toleranz. Sapere Aude

Jan-Lausitz vor 5 Wochen

Ich frage mich immer mehr, für welche Studien hier in diesem Lande Gelder rausgeworfen werden.

"Hortbetreuung steigert Erwerbstätigkeit von Müttern"

Um diese These mit ja oder nein zu beantworten, bedarf es keines "Institutes". Diese These ist eine Tatsache, die schon der normale Menschenverstand und die Praxiserfahrung beantwortet. Wer bezahlt eigentlich derartige Studien wie diese?

Peter vor 5 Wochen

Sie haben durchaus recht. Es geht Sie nichts an, wenn Mütter berufstätig sein wollen und ihre Kinder deshalb in den Hort bringen.
Nur zu Ihrer Information: Es besteht keine Hortpflicht, wegen Ihres Einwurfs hinsichtlich der politischen Einflussnahme.
Die bestand übrigens nie. Ich zum Beispiel war zu DDR-Zeiten nie im Hort.