Im neuen Kreißsaal an der Universitätsklinik und Poliklinik für Geburtshilfe in Halle/Saale (Sachsen-Anhalt) überprüft die Hebamme Simone Scherer mit einem Holzstethoskop als Alternative zur Kardiotokographie die Herztöne des ungeborenen Kindes bei einer Schwangeren.
Hebamme kontrolliert mit einem Stethoskop die Herztöne des ungeborenen Kindes bei einer Schwangeren. Bildrechte: dpa

Bundestag Studium für Hebammen und Psychotherapeuten beschlossen

Der Bundestag hat Änderungen bei der Ausbildung von Hebammen und Psychotherapeuten beschlossen. Beide Berufe werden zu eigenständigen Studiengängen an Hochschulen. Zudem soll künftig ein zentrales Implantate-Register besser vor Pfusch schützen.

Im neuen Kreißsaal an der Universitätsklinik und Poliklinik für Geburtshilfe in Halle/Saale (Sachsen-Anhalt) überprüft die Hebamme Simone Scherer mit einem Holzstethoskop als Alternative zur Kardiotokographie die Herztöne des ungeborenen Kindes bei einer Schwangeren.
Hebamme kontrolliert mit einem Stethoskop die Herztöne des ungeborenen Kindes bei einer Schwangeren. Bildrechte: dpa

Hebammen sollen ihren Beruf künftig im Hochschulstudium erlernen. Nach einem Beschluss des  Bundestages soll die Ausbildung ab dem kommenden Jahr aus einem drei- bis vierjährigen Bachelor-Studium mit hohem Praxisanteil bestehen und mit einer staatlichen Prüfung abgeschlossen werden. Die Reform muss noch vom Bundesrat bestätigt werden. 

Die Aufwertung der Ausbildung zum Studium soll Hebammen besser auf die gestiegenen Berufsanforderungen vorbereiten. Während bisher zehn Schuljahre für die Berufsausbildung genügten, ist nun das Abitur notwendig oder alternativ eine abgeschlossene Ausbildung im Pflegebereich.

Mit der neuen Ausbildung werden sich mehr junge Menschen für diesen schönen Beruf begeistern.

Gesundheitsminister Jens Spahn

Psychotherapie wird eigenes Studienfach

Die Ausbildung von Psychotherapeuten wird vereinfacht: Psychotherapie soll ein eigenes Studienfach an Universitäten werden. Bislang ist Voraussetzung für die Ausbildung ein abgeschlossenes Psychologiestudium, bei Kinder- und Jugendtherapeuten ein Pädagogik-Studium. Zudem müssen derzeit angehende Therapeuten für die mehrjährige Ausbildung in der Regel mehrere Zehntausend Euro zahlen. Die Reform ist eine Reaktion auf den Mangel an Psychotherapeuten und lange Wartezeiten für Patienten.

Mit dem neuen Gesetz wird außerdem der Übergang von der stationären in die ambulante Versorgung erleichtert. Für die Teilnahme an Gruppentherapien ist künftig kein Gutachten mehr nötig. Zudem ist eine bessere Betreuung psychisch schwer kranker Menschen geplant. Dazu sollen sich Psychotherapeuten, Psychiater und Hausärzte miteinander vernetzen.

Implantateregister soll vor Pfusch schützen

Wer sich ein Implantat einsetzen lässt, soll künftig besser vor mangelhaften Produkten geschützt sein. In einem zentralen Implantateregister werden nach Plänen des Gesundheitsministeriums künftig Daten zur Qualität und Haltbarkeit etwa von Knieprothesen oder künstlichen Hüftgelenken gespeichert. Hersteller müssen ihre Produkte in der Datenbank registrieren. So soll bei Komplikationen und Rückrufen schneller reagiert werden können.

Implantate im menschlichen Körper führten mehrfach zu Problemen. Vor einigen Jahren hatte es einen Skandal mit fehlerhaften Brustimplantaten eines französischen Herstellers gegeben, von dem auch in Deutschland tausende Frauen betroffen waren.

Weitere Meldungen zu Beschlüssen und Beratungen im Bundestag:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. September 2019 | 02:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2019, 00:47 Uhr

5 Kommentare

Gaihadres vor 6 Wochen

Tut mir leid, wenn ich Sie jetzt enttäuschen muss, aber Sie erzählen einfach Murks.

Um Hebamme werden zu können mussten sie bisher mindestens 17 sein. In der Praxis bildet kein Krankenhaus Jemandem unter 18 Jahren aus. Das hat rechtliche Gründe. Ausbildung und Bachelor dauern beide drei Jahre. Also sind beide frühestens mit 21/22 Jahren fertig. Ein Master ist nicht notwendig, weil er hauptsächlich dazu befähigt zu lehren oder zu leiten.
Ich stehe zwar der Akademisierung des Berufs skeptisch gegenüber, aber das zuerst bezüglich ihrer These.
In der Praxis werden so junge Menschen übrigens von den meisten werdenden Müttern als vollwertig anerkannt. Viele Hebammen haben oft schon einen anderen Beruf gelernt und sind älter.
Der überwiegende Teil - auch der Studenten - ist mit Mitte 20 längst in Lohn und Brot.

Die Gehälter sind unterschiedlich. Im TVöD erhalten Hebamme zwischen 2.972 und 3.660 Euro Brutto in Sachsen. Kein schlechter verdienst, wenn Sie mich fragen.

DerIch vor 6 Wochen

Bzgl der Hebammen ist die Begründung und sind die Aussichten mehr als traurig / armselig. Am Ende geht es doch nur darum, noch mehr bei teuren Ärzten sparen zu können, und die jetzt schon unterbezahlten Hebammen noch mehr auszunehmen.

Außerdem wird damit Realschülern eine weitere Schranke für einen schnellen und lohnenswerten Berufseinstieg geschlossen.

Diese Art der Bildungs- und Arbeitspolitik geht in die falsche Richtung. Wir brauchen nicht für jede Tätigkeit Leute mit Abitur und Bachelor, die bis Ende 20 noch keiner vollwertigen Beschäftigung nach gehen - also auch noch nicht 'wirtschaftlich selbstständig' sein konnten, geschweige denn vollwertig für die Rente einzahlen.

Das ist ganz großer Murks!

Gerd Mueller vor 6 Wochen

DAUMEN HOCH
während andere Lamentieren und unsere boomende Wirtschaft klein reden handeln Akteure für unser buntes Volk, wobei ich auf braun verzichten und AfD verbieten würde, die als völkische Volksspalter sich die friedliche Revolution von 1989 aneignen und missbrauchen.
Unsere volksverbundene langjährige Regierung schafft dagegen Tatsachen zum weiteren Wohlstand