2019 Weniger Organspenden in Deutschland

932 Menschen haben im vergangenen Jahr nach ihrem Tod Organe gespendet. Das sind etwas weniger als im Vorjahr. Auch im internationalen Vergleich gehört Deutschland zu den Schlusslichtern.

Die Rückseite eines ausgefüllten Organspendeausweises.
932 Menschen spendeten nach ihrem Tod Organe. Bildrechte: dpa

Die Zahl der Organspender in Deutschland ist im vergangenen Jahr leicht gesunken. Das teilte die Deutsche Stiftung Organtransplantation mit. Insgesamt spendeten 932 Menschen ein oder mehrere Organe nach ihrem Tod. 2018 waren es 955 Spender.

Mitteldeutschland über dem Bundesdurchschnitt

Jens Spahn und Karl Lauterbach halten Organspende-Ausweise in den Händen. 1 min
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Weiter Diskussionen um Reform der Organspende

MDR AKTUELL So 12.01.2020 12:07Uhr 01:03 min

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In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen leben nach Angaben der Deutsche Stiftung Organtransplantation heruntergebrochen auf die Einwohnerzahl die meisten Organspender: 14,9 Einwohner pro eine Million stellen ihre Organe bereit.

Aber auch hier war der rückläufige Trend bei den Spenderzahlen zu spüren: In Sachsen gab es 66 Spender (+/- 0), in Sachsen-Anhalt 32 Spender (-7) und in Thüringen 27 Spender (-10).

Deutschlandweit kamen auf eine Million Einwohner 11,2 Spender. Mit dieser Quote ist Deutschland im internationalen Vergleich eines der Schlusslichter.

Übersicht über Organspenden nach Bundesländern

3.192 erfolgreiche Transplantationen

Videoreportage: Organspende - Mein Leben auf der Warteliste. 9 min
Videoreportage: Organspende - Mein Leben auf der Warteliste. Bildrechte: MDR JUMP

Jeder der Spender hat nach Angaben der Stiftung im Schnitt drei schwerkranken Patienten eine neue Lebenschance geschenkt. Insgesamt spendeten die 932 Menschen 2.995 Organe, davon 1.524 Nieren, 726 Lebern, 329 Lungen, 324 Herzen, 87 Bauchspeicheldrüsen sowie 5 Dünndärme.

Bundesweit wurden 2019 in 46 Transplantationszentren insgesamt sogar 3.192 erfolgreiche Organübertragungen durchgeführt. 3.023 Patienten profitierten davon. Darin enthalten sind Organe, die Deutschland über den Verbund Eurotransplant aus dem Ausland bekommen hat.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Januar 2020 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2020, 15:02 Uhr

2 Kommentare

Maria A. vor 6 Tagen

Ein heikles Thema. Eigentlich ist es schon toll, dass sich in diesem Land so viele Willige fürs Blutspenden finden. Denn konkret betrachtet, ist Blut ein kostbares Gut und eigentlich eine kleine finanzielle Anerkennung wert, oder? Doch hat es sich hier eingebürgert, dass viele Menschen sich für die gute Sache zur Ader lassen. Und da dachten die Oberen lange Zeit, dass dieses Umsonst genau so gut beim Organspenden funktionieren könnte. Weil es leider nicht so flutschte, sogar die Spender rückläufig wurden, hatte Spahn eine "Spitzenidee". Was man früher im vollen Bewusstsein der Tragweite mit dem Beantragen eines Spenderausweises entschied, soll zukünftig anders herum gehandhabt werden. Jeder ist per se ein Organspender. Und kommt aus der Nummer nur heraus, wenn er seinen Widerspruch deutlich, also schriftlich, formuliert. Das stößt viele Mitmenschen bitter auf, denn man wittert hier das, was nicht zugegeben wird, nämlich den Vorsatz des Ausnutzens der Schreibfaulheit vieler Mitbürger.

H.E. vor 6 Tagen

Ich bin für die sogenannte Widerspruchslösung.
Warum sollen alle einen Organspendeausweis sich besorgen, weil einige für mich sehr Merkwürdige aus angeblich moralischen Gründen und für mich nicht mehr nachvollziehbar gegen die Organspende sind.
Die sollen sich endlich mal die Mühe machen und einen Ausweis sich besorgen, weil sie NICHT spenden wollen und nicht die sehr VIELEN anderen, die die absolute Mehrheit sind. Warum sollen die sich die Mühe machen wegen den paar wenigen verrückten HANSELN!!!!