Eine Frau bedient das Kontroll-Pad eines smart homes
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Leichter leben | 15.10.2018 | 17:00 Uhr Intelligentes Zuhause: Licht per Smartphone steuern

Per Smartphone das Licht dimmen oder die Farbtemperatur ändern: Smarte LED-Lampen, die via App gesteuert werden können, ersetzen immer häufiger klassische Leuchten. Experte Marco Ammer zeigt, welche Möglichkeiten es gibt, um Wohnung oder Haus gemütlich zu beleuchten.

Eine Frau bedient das Kontroll-Pad eines smart homes
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Es werde Licht!

Erinnern Sie sich? Früher konnte man das Licht mit verschiedenen Klatschrhythmen An- und Ausschalten. Das waren die Anfänge von interaktiver Beleuchtung zu Hause. Aus dieser Spielerei der 90er-Jahre hat sich das intelligente Lichtdesign entwickelt.

  • "Alexa, Sonnenaufgang im Wohnzimmer!"
  • "Hey Siri, weißes Licht in der Küche!"
  • "OK Google, Licht im Badezimmer dimmen!"

Mit dem kann man reden; es schaltet sich ein, wenn man nach Hause kommt; es sorgt für die passende Helligkeit zu jeder Tageszeit; und manche können neben Licht auch Musik wiedergeben.

Intelligentes Licht – wie intelligent muss ich sein, um es einzurichten?

Der Amazon-Sprachassistent Alexa steht auf einem Tisch.
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Fast alle namhaften Leuchtmittelhersteller vertreiben heute auch intelligente Birnen. Die kommunizieren per Bluetooth oder WLAN mit dem Smartphone, Tablet oder einem Netzwerk-Knotenpunkten (Hub oder Bridge). Um die Schaltzentrale einzurichten, muss man sich ein bisschen in seinem Netzwerk zu Hause auskennen.

In der Regel muss der Hub bzw. die Bridge in das Heimnetzwerk eingebunden werden. Wenn Smartphone oder Tablet inklusive App und Hub sich im selben Netzwerk befinden, können über die App alle Einstellungsmöglichkeiten, die die Birne bietet, vorgenommen werden. Zur Installation sollte man sich ruhig Zeit nehmen. Wer dann noch Lust hat, kann auch noch die Verknüpfung zwischen den Sprachassistenten und dem Licht herstellen, sodass das Licht per Sprachbefehl gesteuert werden kann.

Je nach Hersteller lassen sich die Birnen aber auch per Bluetooth direkt mit dem Smartphone koppeln. In dem Fall ist es ausreichend sich eine App aufs Smartphone zu laden und schon kann die Birne angesteuert werden.

Wie intelligent ist das Licht wirklich?

Das Licht ist natürlich immer nur so schlau, wie derjenige, der es bedient. Aber es bietet eine Menge Möglichkeiten. Unterschiedlichen Farb- und Helligkeitseinstellungen sind die gängigsten Optionen der Birnen. Darüber hinaus können zum Beispiel Helligkeitsverläufe eingestellt werden, die an die Tageszeit gekoppelt sind.

Farbtemperatur Mit der Farbtemperatur lässt sich der Farbeindruck einer Lichtquelle beschreiben. Sie wird in unter Anderem in Kelvin ausgedrückt. Grob eingeteilt reicht das Spektrum von Warmweiß à Neutralweiß à Tageslichtweiß (blauweiß/ kaltweiß).

Das heißt, in den Morgenstunden, z.B. zum Aufwachen, geht das Licht automatisch in eine warmrote Farbe über – ähnlich dem Sonnenaufgang. Im Tagesverlauf passt sich die Lichtfarbe dann dem Tageslicht an. Gegen Mittag wird es weißblau und gegen Abend wieder warmrot. Auch die Helligkeit kann in den Verlauf eingebunden werden (welchen Farbumfang die Birne wiedergeben kann, steht in Kelvin angegeben auf der Verpackung. Auch wie hell sie ist, steht in Lux darauf).

Farbtemperaturen des Lichts am Beispiel Tageslicht
Sonnenaufgang ca. 3.200 Kelvin
Morgen-/Abendsonne ca. 5.000 Kelvin
Vormittags-/ Nachmittagssonne ca. 5.500 Kelvin
Bedeckter Himmel ca. 5.500 – 5.800 Kelvin
Nebel ca. 7.500 – 8.500 Kelvin
Wolkenloser blauer Himmel ca. 9.000 – 12.000 Kelvin    
Mondlicht ca. 4.100 Kelvin

Auch das Ein- und Ausschalten kann automatisiert werden. So lässt sich einstellen, dass das Licht ausgeht, sobald das Smartphone, welches das Licht ansteuert, aus dem gemeinsamen Netzwerk verschwindet – oder eben an, wenn es sich wieder anmeldet.

Ist das wirklich schon alles?

Natürlich nicht. Einige Hersteller haben mittlerweile Birnen entwickelt, die auch Lautsprecher sind. Die Signale werden dabei per Bluetooth vom Smartphone an die Lampe geschickt. Eine Party lässt sich damit nicht beschallen, aber für Hintergrundmusik reicht's.

Wie sinnvoll sind denn diese intelligenten Lichter?

Eine Glühbirne einer Lampe leuchtet hell.
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Die Leuchten sind insofern sinnvoll, als dass sie die Lichtverhältnisse des Tagesverlaufs gut nachbilden können. Das kann zum Beispiel dabei helfen, morgens sanfter geweckt zu werden oder über die Mittagszeit hinweg die richtige Lichteinstellung zum konzentrierten Arbeiten zu haben. Auch aus dem Urlaub kann ich das Licht zu Hause per App ein- oder ausgeschaltet werden.

Gleichzeitig räumt man den Herstellern als Nutzer natürlich ein, gewisse Daten über die Nutzung zu sammeln und über die App auf bestimmte Speicher des Smartphones zuzugreifen. Dessen muss man sich zumindest bewusst sein.

Und was kostet das alles?

Eine einzelne Birne für eine einzige Lampe, die per Bluetooth vom Smartphone aus gesteuert wird, gibt schon von für wenige Euro. Wer sich allerdings ein ausgeklügeltes Konzept ausdenkt, eine Bridge einbinden möchte und mehrere Birnen pro Zimmer installiert, der ist schnell bei ein paar hundert Euro.

Die intelligenten Birnen funktionieren in der Regel mit LED Technik. Die Lebensdauer liegt daher gut und gerne bei mehr als 20.000 Stunden. Insofern kann es gut sein, dass die relativ hohe Anfangsinvestition über die Jahre gerechnet gar nicht mehr so hoch erscheint.

Zuletzt aktualisiert: 29. November 2019, 13:31 Uhr