Splash Festival 2022 Festivalgelaende vor der MainStage beim UFO 361 Auftritt waehrend des 23. Splash Festivals
Das Splash ist im deutschen Hip Hop eine Institution und zieht jährlich zwischen 20.000 und 30.000 Hip-Hop-Fans nach Ferropolis in Gräfenhainichen. Bildrechte: IMAGO / Hartmut Bösener

Chronik 25 Jahre Splash: Das Festival in Songs

26. Juni 2023, 04:00 Uhr

Das Splash-Festival wird 25 Jahre alt. Deutschlands wichtigstes Festival für Hip Hop wird auch vom 29. Juni bis 1. Juli 2023 wieder für ein Wochenende die "Heimat" von zehntausenden Hip-Hop-Fans sein. Angefangen hat das Splash ganz klein in Chemnitz, sich aber dann schnell zu einer wichtigen Institution im deutschen Hip Hop entwickelt. Mittlerweile findet es in Ferropolis in Gräfenhainichen statt. Wir schauen mit einer Playlist zurück auf 25 Jahre Festivalgeschichte.

MDR-Volontär Philipp Baumgärtner
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1998: Das erste Splash

Das Chemnitzer DJ-Duo Tefla & Jaleel gründet das Splash-Festival, und kurze Zeit später findet im Kulturzentrum Kraftwerk in Chemnitz das erste Splash statt. Bei der ersten Ausgabe mit dabei und bis heute aktiv: Der Rapper Afrob. Passend dazu gibt's in der Playlist Afrob mit "Rolle mit Hip Hop".

1999: Splash mit Zeltplatz

Die Zuschauerzahl des ersten Splash wird ein Jahr später mit dem Location-Wechsel an den Stausee Oberrabenstein um ein Vielfaches übertrumpft. Über 10.000 Menschen kommen zur zweiten Festivalausgabe.

In der Szene gab es bereits Jams, wo Acts und Publikum aus unterschiedlichen Städten zusammenkamen. Ein Festival mit Zeltplatz und einem See gab es bis dahin im Hip-Hop-Bereich in Deutschland noch nie. Ganz oben im Line-Up 1999 und bis heute heiß geliebt: Die Hamburger Combo Absolute Beginner um Jan Delay. In der Playlist zu hören mit "Füchse".

Zwei Skateboarder warten an der Coping auf ihren Einsatz
Im Jahr 1999 wechselt das Splash-Festival nach draußen und vereint Rap, Graffiti, Breakdance und auch Skating unter freiem Himmel. Bildrechte: IMAGO / Enters

2000: Splash auch Bühne für "Battles"

Das Splash war über die Jahre immer wieder eine Bühne für kleine Skandale, Battlerap und Disstracks. Einer, der die Rapszene der 90er und 2000er auch in dieser Hinsicht mit prägte und 2000 auf dem Splash zu Gast war, ist MC Rene. In der Songchronik ist er vertreten mit "Ein anderer Ausflug".

2001: Auch Reggae ist am Start

Von Anfang an spielt beim Splash-Festival auch Reggae eine große Rolle. Auf einigen Plakaten der frühen Splash-Jahre ist das Line-Up unterteilt in Hip Hop und Reggae. Wer schon damals nicht fehlen darf, sind Seeed. Ihr Song in der Playlist: "Dancehall Caballeros".

2002: Savas als Dauergast

In fast jedem Line-Up der 2000er Jahre findet sich Kool Savas wieder. Er ist bis heute einer der einflussreichsten Rapper Deutschlands und ist seit Mitte der 90er in der Berliner Hip-Hop-Szene unterwegs. Zur Splash-Playlist steuert er "Till' ab Joe" bei.

Kool Savas live auf dem Splash! Festival 2017 in Ferropolis , Gräfenhainichen.
War auf zahlreichen Splash-Festivals auf der Künstlerliste: Kool Savas. Bildrechte: IMAGO / Future Image

2003: Aggro Berlin mit neuen Einflüssen

Die Künstler des Musiklabels Aggro Berlin machten Anfang der 2000er mit provokanten Lines und Auftritten auf sich aufmerksam. Später wurden einige von ihnen die Top-Verdiener im deutschen Hip-Hop-Business. Mit dabei: Die Sekte, Bushido und Sido. "MV" heißt der Song von Die Sekte in unser Splash-Chronik.

2004: Das Splash wird internationaler

Mittlerweile kommen 20.000 Menschen zum Splash-Festival an den Stausee Oberrabenstein. Dadurch wird auch das Line-Up internationaler und das Publikum bekommt Hip-Hop-Größen wie Busta Rhymes aus New York zu sehen. Von ihm zu hören "Make It Clap (feat. Spliff Star)".

2005: Starkregen – Die Erste

Das Jahr 2005 war das erste von zwei Jahren Splash-Festival, in denen es in Strömen regnete. Musikalisch gab es trotzdem Einiges zu sehen. Den Erfurter Clueso würde man heute vielleicht eher nicht auf dem Splash vermuten, er fing aber seine Karriere schon in den 90ern mit Hip Hop an und war folgerichtig auch auf mehreren Splash-Ausgaben zu Gast. "Gib mir Mut" heißt sein Song in der Playlist.

2006: Fast der Untergang

Ein zweites Jahr Starkregen führte nahezu zum Bankrott des Festivals. Viele Künstler, die zuvor schon auf dem Splash aufgetreten waren, trafen sich für ein Benefizkonzert, bei dem mehrere 100.000 Euro an Spenden gesammelt wurden. Einer, der sowohl beim Festival 2006 als auch beim Benefizkonzert dabei war, ist der Rapper Azad. In der Playlist vertreten mit seinem Song "Alarm".

2007: Wechsel auf die Halbinsel Pouch

Nach der abgewendeten Auflösung des Festivals wechselt der Veranstaltungsort auf die Halbinsel Pouch. Die Stuttgarter Band Freundeskreis um Max Herre feiert ihre Reunion und gibt kurze Zeit später ihr Abschiedskonzert in Stuttgart. Bekannt wurden sie für ihre politischen Texte. Passenderweise gibt es in der Splash-Playlist "Leg dein Ohr auf die Schiene der Geschichte" zu hören.

2008: JAY-Z zu Gast

Es ist das zweite und letzte Jahr des Splash-Festivals auf der Halbinsel Pouch bei Bitterfeld. Umso größer ist der Headliner des Wochenendes. JAY-Z gilt damals wie heute als einer der einflussreichsten Hip-Hop-Musiker. "Show Me What You Got" rappt er in der Splash-Playlist.

2009: Neue Heimat in Ferropolis

Nach zwei Jahren auf der Halbinsel in Pouch wechselt das Splash-Festival seinen Standort nach Ferropolis in Gräfenhainichen. Dort findet es bis heute statt. Ein häufiger Gast des Festivals ist Samy Deluxe, der 2009 mit Live-Band beim ersten Splash in Ferropolis auftrat. In der Playlist zu hören mit "Dis wo ich herkomm".

2010: Hip Hop geht auch weiblich

Das Splash war und ist sehr männlich geprägt. Immer wieder treten aber auch bekannte weibliche Hip-Hop-Acts auf. Eine der bekanntesten ist Missy Elliott. Sie gastierte 2010 auf dem Splash als Headliner. Von ihr gibt's in der Playlist "Pass that Dutch".

2011: Neue Ära mit Marteria, Casper, Kraftklub und Co.

Damals spielt er noch am Nachmittag, heute füllt er selbst Stadien und ist Headliner. Marteria aus Rostock tritt beim Splash 2011 nicht nur als Marteria auf, sondern auch als sein Alter Ego Marsimoto - mit grüner Maske und in grünen Rauch gehüllt. "Endboss" gibt's von ihm in der Songchronik.

Rapper Marteria während eines Auftrittes im Rahmen des splash! Festival 2017 in Ferropolis , Gräfenhainichen.
Rapper Marteria war 2011 noch am Nachmittag zu sehen, hier (2017) ist er bereits Headliner. Bildrechte: IMAGO / STAR-MEDIA

2012: 15 Jahre Splash, 15 Jahre Hip Hop

2012 feiert das Splash-Festival sein 15-jähriges Bestehen. Neben deutschen Acts wie Marsimoto, Kool Savas und Kraftklub, sind auch in diesem Jahr wieder internationale Größen wie Wiz Khalifa, Nas und Mac Miller am Start. Mac Miller steuert in der Playlist seinen Song "Party On Fith Ave" bei.

2013: Splash wird poppiger

Casper war zu diesem Zeitpunkt schon mehrfach auf dem Splash aufgetreten. 2011 veröffentlichte er sein Album "XOXO", was direkt auf Platz 1 der Charts einstieg und deutlich poppiger daherkam als seine bisherigen Hip-Hop-Platten. Beim Splash-Festival 2013 spielt er abends auf der Mainstage und ist das erste Mal Headliner. Ein Höhepunkt ist der Gastauftritt von Rapper Kollegah. In der Playlist: "Jambalaya".

2014: Weltmeisterliches Wochenende

Am Splash-Wochenende 2014 wird die deutsche Fußballnationalmannschaft Weltmeister. Auf mehreren Bühnen wird das Spiel gegen Argentinien übertragen und es herrscht Feierstimmung. Im Anschluss ist Wiz Khalifa der Headliner des Wochenendes. Seinen Song "We Dem Boyz" gibt's in der Playlist.

2015: A$AP Rocky gratuliert zum 18. Geburtstag

Das Splash wird volljährig und feiert das mit 20.000 Gästen am angestammten Ort in Ferropolis. Einer der Höhepunkte des Festivals ist der Auftritt von A$AP Rocky, einem in der Szene gefeierten US-Rapper. In der Splash-Playlist vertreten mit "Canal St. (feat. Bones)".

2016: Die Beginner sind back

Die Beginner sind zurück auf dem Splash-Festival und präsentieren bei ihrem Auftritt Songs von ihrem neuen Album "Advanced Chemistry" und natürlich auch Klassiker. Höhepunkt des Auftritts ist die Performance von "Ahnma" mit dem Rapper Gzuz. Den Song gibt's auch in der Playlist.

Rapper Jan Delay während eines Auftrittes im Rahmen des splash! Festival 2016 in Ferropolis , Gräfenhainichen.
Einer der Höhepunkte im Jahr 2016: Die Beginner treten wieder auf dem Splash auf. Bildrechte: IMAGO / STAR-MEDIA

2017: SXTN sind gefeierte Newcomer

Der 20. Geburtstag des Splash-Festivals wird eröffnet von SXTN, einem deutschen Hip-Hop-Duo aus Berlin. Die Rapperinnen Juju und Nura rappen provokante Texte und bringen das Splash früh an diesem Wochenende das erste Mal zum Kochen. Passenderweise heißt ihr Song "Von Party zu Party".

2018: Zwei alte Bekannte

Beim Splash-Festival 2018 treten Sido und Savas gemeinsam auf. Die beiden haben eine lange Splash-Historie. Mit ihrem 2017 veröffentlichten gemeinsamen Album "Royal Bunker" erreichten sie Platz 1 der Charts und auch vor der Mainstage werden die beiden vom Publikum gefeiert. "Jedes Wort ist Gold wert" ist in der Playlist zu finden.

2019: Mehr Publikum als je zuvor

Das Splash knackt im Jahr vor der Pandemie den Besucherrekord und beherbergt 30.000 Hip-Hop-Fans in Ferropolis. Mit dabei ist Trettmann. Der Chemnitzer Rapper ist seit vielen Jahren oft gesehener Gast auf dem Splash. Bei seinem Auftritt verkündet er sein neues Albumrelease: "Trettmann" sollte wenige Monate später erscheinen. In unserer Song-Chronik ist er mit "Bye Bye aka Delicious" vertreten.

Stefan Richter aka Trettmann auf der Snipes MainStage während des 22. Splash Festivals in Ferropolis , Gräfenhainichen.
Trettmann ist als Chemnitzer seit den Anfangstagen des Splash-Festivals mit dabei. Bildrechte: IMAGO / Hartmut Bösener

2022: Starkes Comeback

Nachdem in den Jahren 2020 und 2021 das Splash-Festival aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt wurde, gibt es im Jahr 2022 gleich zwei Splash-Wochenenden, das "Red Weekend" und das "Blue Weekend".

Das Interesse ist auch nach der Pandemie riesig. Neben Größen wie A$AP Rocky, K.I.Z und Kool Savas finden sich auch spannende Newcomer wie Paula Hartmann im Line-Up. Von ihr gibt es den Song "Veuve" zu hören.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 29. Juni 2023 | 16:30 Uhr