Juliane-Bartel-Medienpreis Susanne Radelhof für ihren Film "Bauhausfrauen" ausgezeichnet

Die MDR-Dokumentation von Susanne Radelhof zeigt, wie Frauen am Bauhaus wirklich lebten und wirkten - und mit alten Rollenbildern kollidierten. Dafür wurde sie mit dem Juliane-Bartel-Medienpreis ausgezeichnet.

Regisseurin Susanne Radelhof
Die Regisseurin Susanne Radelhof Bildrechte: Susanne Radelhof

Die MDR-Produktion "Bauhausfrauen" ist mit dem Juliane-Bartel-Medienpreis ausgezeichnet worden. Die Dokumentation von Susanne Radelhof beschäftigt sich mit dem Werk der Bauhausfrauen, die den Stil des weltberühmten Bauhauses entscheidend mitgeprägt hätten, so die Jury.

Laudatorin Julia Westlake über den Film "Bauhausfrauen": "Wir zeichnen heute einen Film aus, der diese vergessenen Frauen am Bauhaus würdigt, die in die zweite Reihe gedrängt wurden, obwohl ihre Möbel und Spielzeuge Prototypen der Avantgarde wurden, obwohl ihre Arbeiten zu den Ikonen des Bauhauses gehören und die Fotografien, z. B. einer Bauhausfrau unsere Sicht auf das Bauhaus heute prägen. Toll, dass in diesem Film auch Nachfahrinnen der Künstlerinnen zu Wort kommen. So kommen wir ganz persönlich an die Protagonistinnen heran. Die Interviewsettings sind sensibel und mit gutem Blick für das Bild gewählt - ein nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell anspruchsvoll gemachter Film über anspruchsvolle Künstlerinnen."

Mit dem Medienpreis würdigt das Land Niedersachsen Autorinnen und Autoren, die in ihren Fernseh-, Hörfunk- und Online-Beiträgen auf ernste oder unterhaltsame Weise die Gleichstellung von Frauen und Männern thematisieren.

Über den Film

Der Film wirft einen ganz neuen Blick auf den Mythos Bauhaus und erzählt dessen Geschichte aus einer anderen Perspektive. Aus der Sicht der Frauen, die mit dem Versprechen auf ein neues, befreites Leben und Arbeiten voller Illusionen und Hoffnungen ans Bauhaus kamen – und mit alten Rollenbildern kollidierten.

Im Mittelpunkt stehen drei visionäre und eigenwillige Frauen: Gunta Stölzl als erfolgreiche Wegweiserin für das Textildesign der Moderne, Alma Bauscher, deren innovative Kinderprodukte noch bis heute verkauft werden und Friedl Dicker, eine talentierte Freigeistige, die ihre Begabung unter furchtbaren, existentiellen Bedingungen im KZ Theresienstadt entfaltete und der Bauhaus-Pädagogik bis zu ihrem Tod in Auschwitz treu blieb. Über nie gesehenes Archivmaterial, Tagebucheinträge, Gespräche mit den Nachfahren und Bauhauskennern macht die bewegende Dokumentation spürbar, wie Frauen am Bauhaus wirklich lebten und wirkten.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 27. November 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. November 2019, 14:30 Uhr

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