"Tag der Putzfrau" Minijob: Wie melde ich meine Haushaltshilfe richtig an?

Putzen ist harte Arbeit - und ohne Reinigungskraft wäre so mancher deutsche Haushalt aufgeschmissen. Trotzdem sind etwa 80 Prozent der guten Seelen schwarz beschäftigt. Dabei sichert die Anmeldung der privaten Haushaltshilfe bei der Minijob-Zentrale beiden Seiten große Vorteile. Welche das sind? BRISANT.DE hat recherchiert.

Was ist ein Minijob in einem Privathaushalt?

Ein Minijob ist eine geringfügige Beschäftigung. Geringfügig bedeutet, dass es eine bestimmte Verdienstgrenze oder bestimmte Zeitgrenzen gibt. Übernimmt eine Haushaltshilfe in einem Privathaushalt Aufgaben, die eigentlich auch Familienmitglieder erledigen könnten, dann ist das eine so genannte haushaltsnahe Dienstleistung. Das Monatsentgelt dafür darf 450 Euro nicht überschreiten.

Wo und wie muss man seine Haushaltshilfe anmelden?

Die Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft Bahn-See ist der zentrale Ansprechpartner für alle Fragen rund um Minijobs. Sie übernimmt auch die Abwicklung des Melde- und Beitragsverfahrens. Bei Minijobs in Privathaushalten übernimmt sie auch die Anmeldung zur gesetzlichen Unfallversicherung und den Einzug der Sozialversicherungsbeiträge.

Angemeldet wird die Reinigungskraft für den Privathaushalt mit dem so genannten Haushaltsscheck - er umfasst eine DIN-A4-Seite und kann binnen weniger Minuten entweder online oder als ausgedrucktes Formular ausgefüllt werden: www.minijob-zentrale.de. Hat man sich für das ausgedruckte Formular entschieden, muss es im Anschluss per Post an die Minijob-Zentrale geschickt werden. Alles andere läuft dann automatisch. Mit dem Haushaltsscheck kann die Haushaltshilfe ggf. auch wieder abgemeldet werden.

Ist das Monatsentgeld der Haushaltshilfe nicht immer gleich, kann der schwankende Verdienst über einen Halbjahresscheck gemeldet werden - auch den kann man online ausfüllen oder per Post an die Minijob-Zentrale schicken. Die Meldung umfasst einen Zeitraum von einem Kalenderhalbjahr. So müssen keine separaten Folgeschecks für die einzelnen Beschäftigungsmonate eingereicht werden.

Welche Abgaben muss der private Arbeitgeber leisten?

Gelber Putzhandschuh hält Euroscheine
Was kostet des den privaten Arbeitgeber, seine Haushaltshilfe offiziell anzumelden? Bildrechte: IMAGO

Private Arbeitgeber zahlen für Haushaltshilfen niedrigere Pauschalbeiträge als gewerbliche Arbeitgeber für Minijobber. Fällig werden jeweils fünf Prozent zur Krankenversicherung und zur Rentenversicherung. Hinzu kommen 1,6 Prozent zur gesetzlichen Unfallversicherung, geringfügige Umlagen zum Ausgleich von Arbeitgeber-Aufwendungen im Krankheitsfall und bei Schwangerschaft sowie pauschal zwei Prozent als Lohnsteuer. Insgesamt sind es maximal 14,8 Prozent des Arbeitsentgelts.

Welche Vorteile hat man als privater Arbeitgeber, wenn die Haushaltshilfe angemeldet ist?

Schwarzarbeit im Haushalt ist eine Ordnungswidrigkeit! Wird man dabei erwischt, ist eine Geldbuße fällig. Darüber hinaus ist die Haushaltshilfe durch die Anmeldung bei der Minijob-Zentrale unfallversichert. Das schützt auch den Arbeitgeber, der ansonsten im Schadensfall einspringen müsste. Und last not least: Wer Steuern zahlt, kann bis zu 20 Prozent der Ausgaben für die private Haushaltshilfe von der Steuerschuld abziehen. Insgesamt werden bis zu 510 Euro pro Jahr berücksichtigt.

Welche Vorteile hat die Haushaltshilfe von der Anmeldung?

Minijobber in Privathaushalten bekommen brutto für netto. Dabei haben sie die gleichen Arbeitsrechte wie Vollzeitbeschäftigte: auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und im Urlaub. Bei einem Arbeits- oder Wegeunfall haben sie Anspruch auf die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung.

Darüber hinaus erwerben Minijobber Ansprüche in der Rentenversicherung. Stocken sie mit einem geringen Eigenbeitrag auf, profitieren sie sogar von allen Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung, die versicherungspflichtigen Arbeitnehmern zustehen.

Übrigens gilt auch für Minijobber der flächendeckende Mindestlohn von 9,19 Euro brutto pro Stunde.

Frau mit Putzhandschuhen
Ist die private Haushaltshilfe bei der Minijob-Zentrale angemeldet, erhält sie bei Krankheit oder Urlaub eine Entgeldfortzahlung und ist außerdem unfallversichert. Bildrechte: Colourbox.de

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 08. November 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2019, 21:14 Uhr

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